Manchmal öffnet ja sogar das Fernsehen Augen. Zwar nicht vollständig, aber immerhin. So geschehen im ZDF, in Insiderkreisen sonst nicht ganz grundlos Zentrales Desinformations Fernsehen genannt. Frontal 21 führte in einem Spezial die Machenschaften der Pharma-Industrie vor, die bei mir bekanntlich auch nicht so hoch im Kurs stehen. Was mich schon verwundert hat, war, dass Klartext geredet wurde. Dass von mafiösen Strukturen, von Einschüchterung und Bestechung gesprochen wurde und das aus dem Mund ehemaliger hochrangiger Pharmamitarbeiter.

Der Beginn des Beitrags befasste sich mit den Gefahren der Psychodrogen, äh, pardon, der Antidepressiva Prozac und Zoloft. Diese haben als kleine unerfreuliche Nebenwirkung suizidale Anwandlungen und waren in der Vergangenheit häufiger verantwortlich für Amokläufe. Das hat mich schon überrascht, davon im Fernsehen zu hören, denn der von den Mainstreammedien nicht gerade hofierte David Icke hat schon seit langem gesagt, dass sämtliche traurig berühmten Amokläufer der USA Prozac nahmen. Das hätte man mal weiterverfolgen sollen, anstatt absurderweise Eminem oder Marilyn Manson zu Sündenböcken zu erklären.

In der Reportage klang es natürlich so, dass die Pharmariesen diese Nebenwirkungen in Kauf nehmen, weil sie einfach ordentlich Kohle scheffeln wollen und sie wahrscheinlich Medikamente nicht besser herstellen können. Aber, sage mal, kann man nicht Arzneien herstellen, nach deren Einnahme die Patienten nicht anschließend wild um sich schießen? Könnte diese Nebenwirkung womöglich sogar erwünscht sein? Die Verbreitung von Angst und Schrecken ist doch eigentlich eine sehr beliebte Methode, um anschließend eine tolle Lösung zu präsentieren, wie z.B. die großzügige Beschneidung der Bürgerrechte. Aber solche Überlegungen kann man natürlich im Fernsehen nicht erwarten und ich habe auch durchaus Verständnis dafür, dass man einfach von fiesen Machenschaften ausgeht, um viel Geld zu verdienen. Immerhin. Und so viele Patienten in der Doku zu sehen, die bereits Mitte der Neunziger von Suiziden und Amokläufen berichteten und trotzdem feststellen zu müssen, dass die Pillen immer noch in aller Welt verkauft werden dürfen, war schon erstaunlich. Jeder konnte sich denken, dass die Pharmariesen nicht gerade zimperlich sind, die verschiedenen Kommissionen zu überzeugen, Prozak und Zoloft weiter auf dem Markt zu lassen.

Als nächstes wurde in der Doku das Zusammenspiel mit den Medien thematisiert. Dazu taten die Macher der Doku so, als wären sie ein Pharmaunternehmen, das ordentlich investieren will. Dummerweise dürfen verschreibungspflichtige Medikamente nicht beworben werden, aber da ist ja Abhilfe zu schaffen. Wie sich zeigte, kann man nämlich redaktionelle Inhalte kaufen. Die Pharmafirma schreibt einen flotten Propagandaartikel für ihr Produkt und erkauft sich dessen Veröffentlichung. Wenn das nichts ist. Sowas ist tatsächlich an der Tagesordnung, selbst ich habe schon in einem alten Job einen Artikel geschrieben, der nur Werbung war und in der Zeitschrift als redaktioneller Beitrag getarnt war. Advertorials heißen die Dinger. Normalerweise steht irgendwo oben in der Ecke möglichst klein das Wort Werbung, aber wer das Portemonnaie weit genug aufmacht, bekommt sowas auch ohne Vermerk und die Pharmaindustrie macht ihre Börse gern weit auf. Sie stecken sehr viel mehr Geld in die Hirnwäsche, äh das Marketing, als in die Forschung. Ehrensache.

Und das Pharmakartell beschenkt nicht nur die Medien großzügig, sondern auch die Ärzte, die nette Wochenenden nebst Luxushotel spendiert bekommen. Ob sowas eine Auswirkung darauf haben könnte, was die Ärzte anschließend ihren Patienten bei Depression aufschreiben? Etwa 90 % der Fortbildungen für Ärzte werden von der Pharmaindustrie gesponsert. Solange sich diese nur auf diesem Wege fortbilden können und für alternative Therapien tausende Euros bezahlen müssen, wird sich wohl nichts Grundlegendes in der Behandlungsweise ändern. Sie werden weiter Produkte anpreisen und deren Gefahren verharmlosen, wenn sie weiter davon profitieren.

Selbst Selbsthilfegruppen werden von dem Krankheitskartell in Beschlag genommen. So wurde der ADHS Deutschland e.V. nachgewiesen, dass sie Bestechungsgeld, äh freundliche Spenden der Pharmaindustrie angenommen haben. Und Überraschung, sie empfehlen zur Behandlung dieser Zappelphilipp-Kinder, die eigentlich vollkommen gesund und lediglich auffällig sind, die Psychopharmaka Strattera oder Ritalin. Je nachdem, welcher Konzern gezahlt hat. Und mir ist natürlich durchaus bewusst, dass solche Kinder sehr nervig für ihre Umwelt sein können, sie in unseren Systemen nicht klar kommen und es für die Eltern eine enorme Entlastung bedeutet, wenn sie endlich mal ruhig sind, aber mit Verlaub, ob es nicht vielleicht doch andere Methoden geben könnte, damit umzugehen, als sie auf unbestimmte Zeit unter Drogen zu setzen?

Ich denke, dass es erklärtes Ziel ist, die Menschen krank zu machen. Wenn eine Krankheit behandelt wird, die teilweise einfach erfunden werden, züchtet man sogleich die nächste mit Hilfe der Nebenwirkungen heran. Ich denke, dass es Ziel ist, dass Menschen Amok laufen und Kinder persönlichkeitslose Zombies werden. Soweit ging die Doku natürlich nicht, man spricht zwar von Korruption und Erpressung, aber daran, dass Medikamente eigentlich helfen, wurde nicht gerüttelt. Obwohl viel mehr Menschen in Deutschland an Nebenwirkungen von Medikamenten sterben, als beispielsweise an Aids. Und nochmal, müssen denn Nebenwirkungen sein? Könnten die nicht abgestellt werden, wenn man wollte? Hm, dann müsste man wohl etwas mehr Geld in die Forschung und etwas weniger in die Bestechung stecken. Ach, und belangt wird natürlich niemand. Und wer könnte überhaupt belangt werden? Wem gehören die Pharmakonzerne eigentlich. Wenn man dieser Frage nachgehen würde, könnte man sicherlich erstaunliche Überschneidungen und Vernetzungen mit Mega-Bankern, Medienmogulen und Politikberatern erkennen.

Aber wie auch immer, ich freue mich sehr, dass so ein kritischer Beitrag zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde. Denn selbst wenn die Augen nur ein bisschen aufgehen, ist das besser, als wenn sie dauerhaft geschlossen sind.