Neulich habe ich mit meiner Familie einen Film über die am wenigsten erforschten und wie ich glaube, mit die wichtigsten Gebiete der Erde gesehen: Die Ozeane. Diese Doku wartete mit einer atemberaubenden Szene nach der anderen auf: Eine Jagd von Delfinen auf einen riesigen Fischschwarm, die begleitet war von Tölpelscharen, die kopfüber in affenartiger Geschwindigkeit ins Wasser tauchten, um ihren Teil der Beute zu ergattern. Zum Ende dieser gigantischen Jagd tauchten, was im Spielfilm durchaus als etwas überrissen beurteilt werden könnte, auch noch zwei Blauwale in diesem irren Szenario auf. Wirklich eindrucksvoll!

Und ich durfte wieder feststellen, dass in Meeressäugern etwas ganz besonderes steckt. Als Buckelwale ihre Flossen aus dem Wasser streckten und so wirkten, als wenn sie einen Tanz aufführten, musste ich vor Rührung weinen. Das ging mir schon häufig so. Selbst in einem Tier-Vergnügungs-Park auf Teneriffa, wo ich eine, sicher nicht gerade artgerechte, Orka-Show sah, weinte ich bei Anblick der Schwertwale vor Rührung. Sie berühten mich in meinem Innersten. Man hörte im Film auch die Sprache der Wale, die über tausende Kilometer ihren Adressaten findet. Leider ist die Kommunikation durch diversen Zivilisationslärm gestört, worauf die erstaunlichen Wale aber wohl schon zum Teil ihren Frequenzbereich geändert haben.

Die Besonderheit der Wale können wir daran sehen, dass sie im Gegensatz zu anderen Tieren einen wirklich besonderen Schutz genießen. Genießen bei allen Widrigkeiten von Schleppnetzen über Umweltzerstörung und einige Nationen, die sie trotzdem jagen, natürlich. in einem Buch habe ich mal gelesen, dass Meeressäuger lebendige Bibliotheken allen Wissens darstellen. Tja, vielleicht ist das so. Ich denke ja auch, dass die Wale qualvoll stranden, weil sich das Magnetfeld der Erde abschwächt und umstellt, an deren Linien sich die Wale orientieren. Und ich denke, dass das Magnetfeld der Erde in den Ozeanen zu finden ist, das sich dann durch Flüsse, Bäche, Seen und das Grundwasser über die ganze Erde erstreckt.

Das hat der Film auch schön gezeigt, nämlich die Analogien von Adern im Körper und Flüssen der Erde. Auch fand ich toll, dass die Tatsache gezeigt wurde, dass ein einziger Regentropfen ein ganzes Universum beheimatet. KLEIN WIE GROSS. So ist das!

Einige Male guckten meine Kinder weg, als sich in wahren Schockeffekten Orkas und weiße Haie über Robben hermachten. Aber, dachte ich, wenn die Robben sich aussuchen dürften, ob sie in Freiheit und Gefahr oder in Zoo und Sicherheit leben dürften, würden sie vermutlich sie trotzdem die Freiheit wählen. Ich auch.

Es tummelte sich natürlich noch ein Vielfaches mehr in diesem bildgewaltigen Film: Kämpfe von bizarren Krebsen, eine gigantische Krabbenwanderung, wunderschöne Quallen, der schwierige Weg frisch geschlüpfter Schildkröten zum rettenden Meer, riesige Fischschwärme, dessen Wirkungsweise sicher auch spannend zu erforschen wäre, eine zu Herzen gehende, liebevolle Umarmungsszene von einer Walrossmama mit ihrem Kind, eine Krake, von der ich erst dachte, dass ein Badetuch gefilmt worden wäre und auch eine abschließende Zivilisationskritik fehlte nicht. Ich kann diesen Film rundum und gerade im Kino empfehlen. Und ich habe wieder gemerkt, dass ich ein besonders Verhältnis zu Walen habe. Einen großen Wal zu sehen, steht dick auf meinem Lebensplan. Und irgendwann, in einer Übung in einem sprituellen Seminar, in der wir eine wichtige Aufgabe unseres Lebens visualisieren sollten, tauchte zu meiner Überraschung ein Wal auf. Bin ja mal gespannt, was daraus noch wird. Vielleicht werde ich ja noch Wal-Kämpfer!