Die besten Erlebnisse kommen oft auf uns zu, wenn wir sie nicht erwarten. Ich wollte an diesem Abend eigentlich doch nicht ins Kino gehen und selbigen mit meiner Frau verbringen. Aus irgendeinem Grund machte ich abends noch mal mein Outlook auf. ,Sie haben gewonnen!´, schrie mir eine Mail entgegen. Zunächst hielt ich sie für Spam, aber auf den zweiten Blick stellte sie sich als wirklich realer Gewinn heraus, nämlich als der Gewinn zweier Karten für die Weltpremiere der spirituellen Doku “Die Gabe“. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass ich bei dem Gewinnspiel mitgemacht hatte. ,Ein Zeichen. Da soll ich hin´, dachte ich. Wie im Fall von (R)evolution 2012 dachte ich an meinen freigeistigen Nachbarn als Begleitung und dieser sagte auch kurzentschlossen sofort zu.
Der Film hatte tatsächlich im bis auf den letzten Platz besetzten Kino Weltpremiere. Dass die Wahl auf Berlin fiel, hatte für den extra angereisten amerikanischen Filmemacher Demian Lichtenstein einen ganz bestimmten Grund. Nämlich den Grund, dass, Achtung, das HERZ der Erde in Berlin liegt! Klingt sicher schräg für Einige, aber genau das sagt auch MARYAM, der ich absolut vertraue. Berlin, ich LIEBE Dich! Hier bin ich richtig!
Wie schon in meinem letzten Beitrag erwähnt, erlebte ich vor dem Film, geleitet vom sehr imposanten und in sich ruhenden Lichtenstein, ein gemeinsames Toning, das ganz großartig war. Wenn das jeden Tag vor der Arbeit oder der Schule durchgeführt werden würde, wäre die Welt eine Andere. Was auf dieses famose Erlebnis folgte, war der WAHRHAFTIGSTE, anrührendste und positivste spirituelle Film, den ich bisher gesehen habe. Anders als in Bleep oder The Secret, war der sehr persönliche Weg des Regisseurs der Aufhänger für den Film. Es geht darum, dass jeder ein Talent, einen innersten Wesenskern, eine Gabe besitzt, die ihn glücklich macht, die sein Potential ausschöpft, die ihn wachsen lässt und die ihn und das GANZE zu LIEBE und FREUDE verhilft. Diese Gabe erkennen wir, wenn wir uns fragen, welcher Tätigkeit wir nachgehen würden, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Diese Frage stellte auch ich mir bereits und ich konnte sie auch für mich beantworten. Ich erkannte ungeheure Parallelen zwischen den Wegen von Lichtenstein und mir. Auch wenn er seine Erweckung nicht genau in Worte fasste, so waren die Bilder doch genau wie die, die ich sehen und erleben durfte, als ich geistig durch den Orbit flog. Auch er berichtete, dass einige Tage seine Sinne auf ein Maximum geschärft waren, dass er besser hören, schmecken und sehen konnte, dass es ihm ging wie im Himmel auf Erden, bevor er wieder in alte Muster fiel. Aber genau wie bei mir, hat auch bei ihm dieses Erlebnis dazu geführt, dass er sich Fragen stellte, dass er zu meditieren begann und dass er sein sinnfreies Popkultur-Glamour-Leben Stück für Stück transformierte, um schließlich seine Gabe zu erkennen und zu leben: Seine Fähigkeiten als Filmemacher zu nutzen, um LIEBE und WAHRHAFTIGKEIT in die Welt zu bringen.
Persönliche Erlebnisse rühren mich immer sehr. Und dieser Film war voll davon. Eine Frau, deren Name ich jetzt nicht mehr weiß, erzählte von ihrem Erweckungserlebnis, das sehr ähnlich wie das nicht ganz freiwillige von Natalie Portman im grandiosen V wie Vendetta war. Sie wurde von zwei Männern entführt und vergewaltigt. Und in einem Moment, in dem sie nicht wusste, ob sie das Ganze überleben würde, erlebte sie eine glückselige Ruhe. Sie erfasste, dass sie, falls sie überleben würde, das denkbar Schlimmste, was das Leben bereithalten könnte, bereits erlebt hat. Das gab ihr unermessliche Freiheit und Stärke. Wenn ich mir diesen drastischen Fall betrachte, kann ich wirklich sagen, dass viele Wege zu GOTT führen. Ich bin aber ganz froh, dass meiner anders aussah.
Besonders schön an Der Gabe fand ich, dass er so konstruktiv und positiv war. Nachdem diverse spirituelle Lehrer mit einfachen Worten das Leben erklärt und auf den Punkt gebracht haben, was die Gabe ist und der Film wunderschöne Beispiele von Menschen gezeigt hat, die ihre Gabe leben, ging er auf das größte Geschenk ein, das uns zur Verfügung steht. Auf die einzige WAHRHEIT, die es gibt: Die LIEBE. Mein Nachbar meinte, dass die Botschaft des Films ja doch recht einfach gewesen sei, worauf ich erwiderte, dass man WAHRHEIT genau daran erkenne, dass sie einfach sei. Alles Komplizierte sind Denkprozesse, die ihre Legitimität nur dadurch haben, dass ganz viele Wissenschaftler dadurch überhaupt eine Berechtigung zu Arbeiten haben. Wenn allen klar wäre, dass WAHRHEIT einfach ist, würden ganze Arbeitsbereiche einfach wegbrechen, was aber auch nicht allzu schlimm wäre.
Wenn es überhaupt etwas gibt, was ich an dem Film nicht wunderbar fand, dann waren es die Ausführungen des Dalai Lama. Ich weiß nicht, ob es an dem lag, was ich über ihn und seine Kontakte zu Bush und der CIA gehört und gelesen habe, aber bei seinen Worten, die inhaltlich o.k. waren, ging mein HERZ zu. Die gesamte Doku lang war es voller FREUDE weit geöffnet, nur in den kurzen Passagen, in denen das tibetische Oberhaupt sprach, ging es zu. Ich empfand, dass er von seinen eigenen Worten nicht überzeugt war und dass sie somit einer Lüge glichen. Aber vielleicht empfindest Du das ja anders, falls Du Die Gabe irgendwann sehen solltest. Ich würde sowohl den Film, als auch die individuelle Suche nach Deiner Gabe wärmstens empfehlen. Ach, übrigens, meine Gabe ist es, Herr Freude zu sein : ))))




