Neulich tauchte in mir eine Frage auf. Warum zum Geier haben eigentlich die reichsten Länder der Erde so sauviel Schulden? Wie kann es sein, dass das allerreichste Land, die USA, mit schlappen 9,8 Billionen Dollar in der Kreide stehen? Und bei wem überhaupt? Und wem schuldet die BRD die 1,5 Billionen, die sekündlich um 474 Euro steigen? Irgendwer muss da doch ordentlich abkassieren. Wer denn? Eine Behörde? Die würde das Geld doch wieder an den Staat zurückführen. Oder? Hm. Wenn ich einen Volkswissenschaftler frage, verstehe ich nur Bahnhof. Scheint echt irre kompliziert zu sein. Für mich und Dich nicht zu durchblicken. Ich gucke mal eben auf die Schuldenuhr. Da wird man ja wirklich ganz kirre. Der Staat nimmt Schulden auf und wir bezahlen die Zeche. Hups, schon wieder 1422 Euro mehr. Nach einem Satz. Doll.
Da müssen wir uns doch mal zuerst mal fragen, wo denn Geld überhaupt herkommt. Schauen wir mal ins Mittelalter. Die Menschen brachten autorisierte Goldmünzen zum Goldschmied und der baute einen Tresor, um sie sicher zu verwahren. Als Beleg für die Goldmünzen gab er einen Schuldschein raus. Dieser sagte aus, dass man Gold besitzt. So. Ist ja auch nervig, für jeden Liter Milch extra zum Goldschmied zu rennen, Gold abzuheben und dann erst auf den Markt zu gehen, oder? Da konnte man doch eigentlich gleich den Schuldschein nehmen, um zu erwerben, was man gerade braucht, denn mit dem Schein konnte ja schließlich jeder zu dem Schmied gehen und den Gegenwert in Gold eintauschen.
Hurra, der Geldschein war geboren! Ist ja auch praktisch. Wenn jeder immer dieses ganze Gold mit sich rumschleppen und ständig mit Argusaugen darauf aufpassen müsste. Da müsste man schon stark und angstfrei wie die gute Pipi Langstrumpf sein. Und tauschen wäre ja auch anstrengend, wenn z.B. der Steinmetz immer sein schweres Zeug auf den Markt asten müsste, um Äpfel und Birnen zu kaufen. Da ist Schuld-Geld doch ein ganz probates Mittel. Aber es bleibt ein Mittel. Der Schuldschein selbst hat weder Nutzen noch einen eigenen Wert. Er verbürgt nur, dass ein Wert hinter ihm steht.
Da hatte der Goldschmied aber ne pfiffige Idee. Er merkte, dass niemals alle Kunden ihr ganzes Gold abhoben. Da konnte er doch einfach mehr Schuldscheine ausgeben als er Goldreserven hatte. Höhö. Verleihen. Und das mit Zinsen. Er erschafft Geld, das es eigentlich gar nicht gibt und kassiert dafür Geld, das sauer erarbeitet wurde. Wenn das nichts ist! Bombige Geschäftsidee! Wäre nur scheiße, wenn alle ihre Scheinchen in Gold eintauschen wollten. Dann würde die ganze Schose dummerweise in sich zusammen fallen.
Schauen wir doch jetzt mal in die Gegenwart zu unserem transatlantischen Freund, den USA. Wie ist es denn dort mit dem Geld? Wer druckt das denn und wer kriegt überhaupt die Zinsen, Zinseszinsen, Zinseszinseszinseszinsen und so weiter? Na, das weiß man ja spätestens seit sie in dieser vermaledeiten Kreditkrise immer wieder heldenhaft in die Bresche gesprungen ist: Die Federal Reserve Bank. Aber weißte was? Das „federal“ ist nur ein Wort. Nur PR. Denn die FED ist nicht mehr und nicht weniger als ein Kartell von Privatbanken. Dass die das Geld drucken dürfen, wurde übrigens 1913 von den paar Kongressabgeordneten ungelesen unterzeichnet, die noch nicht im Weihnachtsurlaub waren. Um die Währung stabil zu halten. Ja ja. Und noch was wurde festgelegt. Wann weiß ich nicht, aber dass es wirklich so ist, kannst Du von jedem Banker erfahren. Es ist ein Faktum. Banken und so auch die FED und somit private Bankbesitzer, dürfen etwa zehnmal so viel Geld verleihen, wie sie haben. Und wenn sie mal nicht genug haben, leihen sie sich einfach Geld von einer Bank. Ist doch logisch oder?
Aber dann ist ja 9/10 allen existierenden Geldes gar nicht existent? Nur Zahlen im Computer.
„Du brauchst weitere 78 Milliarden für diesen enorm wichtigen Krieg im Irak Georgi? Moment mal. Dip, dip, dip, hier bitte.“ Zahlen. Mehr nicht.
Früher war das Geld noch an Gold gekoppelt. Das hat Nixon aber aufgehoben. Ist ja auch viel bequemer. Der Dollar scheint nur einen Wert zu haben, weil Öl (noch) mit Dollars bezahlt wird. Zum Goldstandard zurückzukehren würde aber auch das Problem nicht lösen. Denn Du darfst dreimal raten, in welchen Kellern das ganze Gold der Erde rumliegt.

So, jetzt hat Georgi also 78 Milliarden bekommen, die es gar nicht gibt. Das muss aber mal schön zurückgezahlt werden; vom Steuerzahler - mit Geld, das es gar nicht gibt! Und gefälligst mit ordentlich Zinsen. Zu zahlen von Geld, das noch gar nicht im Umlauf ist. Da heißt es arbeiten. Viel arbeiten. Ein Job reicht da meistens nicht aus. Oder Schulden aufnehmen, um die Schulden zu bezahlen. Denn neues Geld wird fast vollständig durch Schulden generiert. Man nennt das auch Investitionen. Klingt doch auch besser. Und wenn wir unsere Schulden nicht bezahlen können, nimmt die Bank uns im Gegenzug einen realen Wert weg. Unser Auto, unser Haus – und das dafür, dass sie Zahlen in einen Computer eingegeben hat. Zahlen, die wie Geld behandelt werden, aber de facto noch nicht einmal Geld darstellen. Diese Zahlen, aus denen auch unsere Sichtguthaben auf Girokonten bestehen, sind noch nicht mal so real wie die Schuldscheine, die zumindest per Definition Geld darstellen. Zahlen ohne Wert gegen ein Haus oder ein Auto. Das ist doch wirklich mal eine Spitzengeschäft.
Und dabei ist es gar nicht Sinn und Zweck des Systems, dass die Schulden bezahlt werden. Das wäre auch gar nicht möglich, weil dann fast alles Geld weg wäre. Puff. Leider kein Geld mehr da! Da heißt es wieder Steinplatten auf den Markt schleppen!
Aber überleg mal, wie viel Macht Banken haben. Sie können entscheiden, wie viel Geld im Umlauf ist. Inflation oder Rezession kann ganz einfach hergestellt werden. Indem entweder unfassbar viel oder leider nur ganz wenig („sie verstehen sicher, es geht der Wirtschaft nicht gut“) verliehen wird. Praktisch wäre es für die Banken natürlich, wenn sie sich absprechen könnten. Huch, die FED ist ja ein Kartell. Ob da Absprachen möglich sein sollten?
Und was passiert, wenn jemand oder etwas mit Unsummen in der Kreide steht? Wenn klar ist, dass die Kohle nie und nimmer zurückgezahlt werden kann? Bekommt man da nicht Angebote, die man nicht ausschlagen kann? Oh Gott nein, das wäre doch wieder so ein Verschwörungsunsinn!

In Deutschland ist das bestimmt alles ganz anders. Da bin ich sicher! Wie ist es denn, wenn Deutschland mal ganz schnell ein paar Milliärdchen braucht? Dann wird die Bundesrepublik Deutschland - Finanz-Agentur GmbH beauftragt. Ja, eine GmbH mit beschränkter Haftung. Diese klingelt dann beispielsweise bei der Deutschen Bank durch und fragt, ob sie ihnen mal schnell diese Milliärdchen pumpen kann. Und, Überraschung! Die Bank rückt einen Zettel raus, auf dem Staatsanleihen steht und bitte sehr. Panorama machte darüber einen beeindruckend erschreckenden Beitrag, kannste ja mal googeln, der hieß „Wem gehört Deutschland“

So, mit den frischen Milliärdchen in der Tasche kann der Bund nun fein neue Straßen bauen oder noch besser, Krieg für unsere Sicherheit führen oder ganz viele Überwachungskameras aufstellen und wir, jeder einzelne, bezahlt das Ganze. Durch Steuern. Aber wie werden nur die Zinsen, Zinseszinsen, Zinseszinseszinsen bezahlt? Ah, ich hab´s. Wenn wir das Geld nicht durch Arbeit erwirtschaften können, fragen wir doch einfach mal die Deutsche Bank! Als Schuldner befinden wir uns doch da oder bei anderen Banken in guter Gesellschaft. Denn auch die Bundesrepublik Deutschland gehört Banken. Übrigens auch zum Teil zwei Gründungsbanken aus dem liebreizenden Federal Reserve System, nämlich Stanley Morgan und Warburg.
Aber Dir und mir gehören immerhin die Schulden! Das wollen wir doch mal festhalten. Und eins ist klar. Um überhaupt irgendwie den Anschein erwecken zu können, zumindest die Zinseszinseszinseszinseszinsen der Schulden bezahlen zu können, muss die Wirtschaft immer weiter wachsen. Finanziert durch – Schulden. Sonst wird’s brenzlig. Kann das denn wohl ewig weitergehen? Wohl kaum. Die Blase aus virtuellem Geld, die immer gigantischer wird, kann gar nicht anders, als zu platzen. Du siehst es an der derzeitigen Finanzkrise. Aber keine Bange. Sie wird ein reinigendes Gewitter sein. Altes und Unsinniges wird sich überleben und durch ein System ersetzt werden, das den Menschen dient und nicht umgekehrt. Es wird bestimmt holprig und anstrengend zwischendurch, was aber absolut notwendig ist, um diesen Stuss zu beenden, den wir Wirtschafts- oder Finanzsystem nennen.

Übrigens haben in den USA bisher zwei Präsidenten versucht, eigenes Geld zu drucken. Geld, das dem Staat und somit den Bürgern gehört. Diese zwei Präsidenten hießen Abraham Lincoln und John F. Kennedy. Was ist eigentlich noch mal mit denen passiert?