Auf dem Papier würde man mich als Loser bezeichnen. Was ich auch anpacke, geht daneben. Als ich meinen letzten richtigen Job beim Berlin Verlag beendete, war ich überzeugt, dort ein Buch zu veröffentlichen. Ich schrieb, reichte ein… und wurde abgelehnt. Dann rief ich einen offenen Abend in Berlin ins Leben… und ganz manchmal kam jemand. Ich tanzte auf der Straße… und kaum einer blieb stehen, um zuzuschauen. Ich blogge, strebte gar eine LIEBE lebende Bewegung an… und wenige lesen, geschweige denn kommentieren.

Tja, da könnten einem doch Selbstzweifel kommen. Trotz aller Erkenntnisse über das, was ist, trotz aller spiritueller Erfahrungen, trotz aller persönlicher Fortschritte kriege ich immer wieder einen Tritt in den Hintern. Selbstzweifel seien auch äußerst berechtigt, sei doch eh hanebüchener Murks, was ich mache, werden einige meinen. Aber, es gibt dann doch wieder auch ein aber. Denn Erfolg steht nicht nur auf Urkunden, in Lebensläufen und Statistiken oder auf dem Bankkonto, sondern kann sich auch auf andere Art abbilden.

Wo lag der Sinn meines Berlin-Verlag-Volontariats? Ich dachte, dass er darin liegen würde, dass ich den Impuls bekam zu schreiben. Aus dem Buch wurde nichts, aber ich schreibe schließlich Dir. Und außerdem brachte ich das Manuskript meines guten Freundes Daniel Höra in den Verlag, das schließlich auch verlegt wurde. Gedisst heißt sein Jugendroman. Ist doch ein Erfolg! Nicht direkt meiner, aber ich habe doch einen gewissen, nicht auf dem Papier stehenden Anteil daran.

Bei dem offenen Abend wartete ich zum Teil vergeblich auf Gäste. Aber die Male, zu denen jemand auftauchte, war es inspirierend, unerwartet, erhebend. Manchmal entstand ein lockeres Gespräch auf Augenhöhe und manchmal erwarteten die Teilnehmer, dass ich ihnen etwas erzähle und beibringe, was aufgrund dessen, dass ich keinerlei festes Konzept hatte, eine große Herausforderung darstellte. Diese Herausforderung anzunehmen, zu bestehen und die Teilnehmer zu inspirieren und mit einem guten Gefühl in ihr Leben zu entsenden, könnte man durchaus als Erfolg bezeichnen.

Den Tanz betrachte ich rückblickend als Aufgabe an mich. Mich zu überwinden, mich bloßzustellen und völlig aus der Reihe zu tanzen, mich möglichem Spott auszusetzen und Ängste zu überwinden, machte mich stärker. Gerade schaute ich im Synonymlexikon nach anderen Worten für Herausforderung nach und was lese ich da? Statt herausgefordert zu werden, kann man den Begriff “Aufforderung zum Tanz” verwenden. Lustig, gelle? Vielleicht fordert mich das Leben einfach heraus. Vielleicht fordert es mich heraus, Dinge zu tun, die nicht den erwünschten Erfolg bringen. Vielleicht soll ich genau daran wachsen. Als ich von MARYAM zu meiner INNEREN WAHRHEIT geführt wurde, sagte mir meine innere Stimme, dass das Einzige, was mich von der Erfüllung meiner Aufgabe abhalten könne, Selbstzweifel seien. Großartig, wie sich im Moment des Schreibens die Dinge fügen. Und damit bin ich auch beim scheinbaren Misserfolg des Blogs. Solange ich mich reflektiere, mich weiterentwickle und dabei einen einzigen Menschen dazu inspiriere, sein Leben bewusst zu leben, solange habe ich Erfolg. Und schon sind auch wieder meine Selbstzweifel beseitigt. Wie schön!