Unser Leben ist durch Entscheidungen bestimmt. Von Entscheidungen, die wir aus freiem Willen treffen. Hirnforscher predigen zwar allseits, dass es so etwas wie freien Willen nicht gibt, es seien alles unbewusste Hirnprozesse, die die Entscheidung längst getroffen hätten, bevor wir überhaupt nur darauf kämen, darüber nachzudenken.
Sicher gibt es viele Entscheidungen, derer wir uns nicht bewusst sind und die uns von unbewussten Prozessen abgenommen wird. So etwas sind automatisierte Verhaltensweisen wie Atmen, Fluchtinstinkte bei Gefahr und diverse Körperprozesse. Durch immer mehr Bewusstheit können wir aber selbst darauf Einfluss nehmen. Ich habe zum Beispiel früher immer wie irre mit den Beinen gehippelt, habe flacher geatmet, bin anders gegangen, habe anders gesprochen, hatte hektischere Bewegungen, was sich im Zuge von mehr Bewusstheit alles verändert hat.
Die Entscheidungen, um die es mir in diesem Beitrag geht, sind die, die wir bewusst treffen: Ob wir unseren Impulsen folgen, wenn sie kommen oder ob wir uns der LIEBE und INTEGRITÄT verschreiben. Dieses tun wir aus freiem Willen. Würde ich dieser Überzeugung nicht folgen, würde ich die Verantwortung für mein Leben abgeben. Das Abgeben unserer Verantwortung ist meiner Meinung nach eine Ursache dafür, dass das Leben oft so unerfreulich sein kann. Die Verantwortung für unsere Gesundheit geben wir an Ärzte und Pharmafirmen ab, unsere Mitbestimmung an Politiker, unsere Meinung an die Medien, unsere spirituelle Entwicklung an Religionen oder Sekten oder gleich alles an das Prinzip des Zufalls.
Ich bin davon überzeugt, dass wir unser Leben in der Hand haben. Dabei bewegen wir uns innerhalb eines eigens für uns angelegten mehrdimensionalen Spielfeldes. Die verzweigten Wege des Spielfeldes und die Tatsache, bestimmte Personen dort zu treffen, könnte man als Schicksal bezeichnen, was aber nicht heißt, dass alles determiniert ist. Durch unsere Entscheidungen wählen wir den Weg auf dem Spielfeld und so den Verlauf des Spiels. Wir entscheiden, ob wir währenddessen BEDINGUNGSLOS LIEBEN wollen oder nicht. Wir entscheiden, ob wir integer sein wollen oder nicht. Ich möchte integer sein. Verlässlich sein. Der WAHRHEIT verpflichtet sein.
Dieser Grundsatz wurde kürzlich auf die Probe gestellt, und ich bin mir immer noch nicht vollkommen sicher, ob mein Handeln richtig war, auch wenn ich es bereits mehrfach mit dem HERZEN überprüft habe. Ich habe bereits an andere Stelle erwähnt, dass ich vor die Kamera treten möchte. Dafür ist aber ein bisserl Training nötig. Die Kamera hat den merkwürdigen Effekt, Gestik und Geschwindingkeit abzuschwächen und Mimik zu verstärken. Außerdem verstärken Mikrofone Unsauberkeiten der Stimme. Um sich dessen gewahr zu werden und seine Schwäche als solche zu erkennen, ist also Übung erforderlich. Und da ruft mich neulich eine Freundin an und fragt, ob sie mich für eine Online-Werbung der Sparkasse vorschlagen darf. So, da war ich aber gehörig in der Bredouille. Auf der einen Seite stand mein Bestreben, Impulse zu folgen und auf der anderen Seite stand die Integrität: Ich in einer Bankenwerbung! Bei einer Werbung für die deutsche Bank oder ähnliche Institute hätte ich auf keinen Fall eingewilligt, aber ich habe die möglicherweise irrige Annahme, dass Sparkassen vielleicht nicht ganz so schlimm sind. Wie auch immer, nach langem Abwägen habe ich es gemacht. Wirst Du vielleicht im Internet zu sehen kriegen. Ich spiele dort einen Wissenschaftler, der berichtet, dass in Deutschland die Wunscherfüllung sehr viel effektiver funktioniert als bei den europäischen Nachbarn. Tja, wer weiß, vielleicht ist es ja sogar so! So hatte ich einen ersten Ausflug vor die Kamera, lernte tolle Leute kennen, mit denen ich möglicherweise irgendwann etwas Gescheites machen werde. Da ist aber noch nichts entschieden.




