Als Jugendlicher stellte ich mir immer wieder mal eine Frage. Sie lautete: „Wenn ich ein UFO sehen würde, würden meine Freunde und Verwandte mir das glauben?“ Denn schließlich wird sonst jeder, der von so einem Erlebnis erzählt, entweder für bekloppt erklärt, der Lüge bezichtigt oder ihm wird mit sanftem Nachdruck nahe gelegt, dass er bestimmt einer Täuschung erlegen war.

In meinem Fall dachte ich in meiner grenzenlose Naivität, dass man mir bestimmt glauben würde. Ich erzählte doch schließlich keinen Scheiß. Das würden die Anderen doch wohl wissen. Warum sollte man überhaupt so was erzählen, wenn man nicht felsenfest davon überzeugt ist, dass es so war. Weil man sich nach anständigem Gespött, gesellschaftlichem Ausschluss oder ner ordentlichen Dröhnung Psychopharmaka sehnt? Na ja, manche vielleicht. Es gibt ja immer alles. Das hat mich das Leben gelehrt.
Mir waren UFOs im Grunde immer scheißegal. Als die Spiritualität in mein Leben einzog, sah ich keinen Sinn darin, meine Hoffnungen auf eine bessere Welt in ein äußeres Geschehnis zu setzen. Man muss an sich arbeiten. LIEBEVOLL. So verändert man erst seine und irgendwann schließlich auch den Rest der Welt - nicht durch Warten auf irgendwelche Außerirdische, die ratzfatz alles gut machen würden, wozu wir selbst nicht in der Lage waren. Außerdem hatte ich noch diese lächerlichen Bilder vor Augen, wo Menschen in Nachthemden mit Schildern in der Hand, auf denen Willkommen stand, zur Jahrtausendwende auf einem Hochhaus ihre außerirdischen Retter erwarteten, die sie fix ins Raumschiff beamen sollten. Nee, nee, das war nix für mich.
Aber seit einiger Zeit höre ich immer häufiger von UFO-Sichtungen. Auch hier, in Berlin. Hm. Ich glaube ja nicht an Zufälle in Form von willkürlich zuschlagenden Erlebnissen. Alles, was sich Dir zeigt, hat einen Sinn. Sonst würde es sich Dir nicht zeigen. Es gehört zu Dir, will Dir etwas sagen.
Also mussten die UFO-Geschichten für mich wohl oder übel einen Sinn haben. Aber welchen? Keinen Schimmer. Auf jeden Fall schaute ich immer wieder mal in den Himmel über Berlin. Ich bin gerade neulich umgezogen und habe jetzt einen recht freien Blick. Und so wanderte auch gestern mein Blick über den sternenklaren Himmel, na ja, so sternenklar es halt über Berlin sein kann und sah etwas, was meinen Blick bannte. Ich sah zwei helle Lichter, die parallel zueinander standen und sich lautlos über den Himmel bewegten. Die Flugschneise nach Tegel verläuft auch dort, aber Flugzeuge blinken und sehen ganz anders aus. Wie zum Beweis kam ein Flugzeug, das wirklich völlig anders aussah. Aber, was waren diese Lichter? Ich dachte ehrlich gesagt sofort an ein UFO. Es musste wie eine Zigarre aussehen. Davon hatte ich auch schon gehört. Würde ich jetzt einfach das Gehörte in meine Wahrnehmung einfließen lassen und Dinge sehen, die ich sonst nicht sehen würde? Kann schon sein. Wir sehen schließlich nur, was wir sehen wollen, wofür wir offen sind und wofür wir schon ein Kategoriensystem entwickelt haben. Sonst werden die entsprechenden Wahrnehmungs-Synapsen gar nicht erst angeworfen, beziehungsweise rücken sie nicht in unsere bewusste Wahrnehmung.
Aber ich sah die Lichter, die lautlos über den Himmel wanderten. Und plötzlich, als wären sie nie DA gewesen, waren sie weg. Puff. Weg. Entmaterialisiert. Hm, würde zu UFOs passen. Die können sich wohl in verschiedene Dimensionen und Frequenzen einklinken und so sichtbar oder unsichtbar sein.
Für mich war es ein UFO. So. Basta. Wie es für andere gewesen wäre, weiß ich nicht. Ich finde aber den Gedanken schön, dass wohlgesinnte Brüder und Schwestern da draußen rumkreisen, die uns nicht gleich abballern wollen wie in Independence Day, der übrigens mit seinem triefenden Pathos eine Qual für mich darstellte. Und auch wenn diese subjektiv gefühlte Sichtung nicht dem GLÜCK meines Erwachens oder meiner FREUDE Dir zu schreiben gleicht, so fühle ich mich doch … gut dabei.