Ich bin ja berühmt berüchtigt dafür, auch im größten TV-Müll noch irgendetwas Erhellendes und Schönes zu entdecken. Und das aktuelle Objekt meiner genauen Betrachtung ist … Achtung … Spannung … BIG BROTHER!!!

Ja, in solche Tiefen deutscher TV-Unterhaltung wirst Du vermutlich noch nie getaucht sein, aber ich erzähle Dir mal, aus welchem Grunde ich tatsächlich jede Folge aufnehme und gucke. Vor etwa 100 Tagen schaltete ich während einer Werbepause von Irgendetwas durch die Kanäle. Meine Frau musste sich im Krankenhaus die Nacht und die Ohren schlagen und ich hatte freie Bahn. Und was packte da meine Aufmerksamkeit beim Schopfe? Die Einzugssendung von Big Brother! Der Einzug begann mit einer Jet-Set-Transe und einem DSDS-Zum-Horst-Macher, also dem üblichen TV-Trash-Klientel. Die alleine hätten vermutlich nicht dazu geführt, dass ich umgehend die Serienaufnahme programmierte. Aber dann kam er. Und er sah so aus, dass ich sofort dachte, “mensch, wenn der mal nicht ein spirituelles Leben führt.” Immer dann, wenn Spiritualität Eingang in die Popkultur findet, muss ich einfach wissen, wie. Und tatsächlich lag ich ganz und gar nicht daneben. Jeder Bewohner zog mit einem Geheimnis ins Haus ein, das vor den Anderen geschützt werden musste. Das waren so brandheiße Secrets wie „Ich sammle Briefmarken“ oder „Ich habe Angst im Dunkeln“, aber dann kam ja Rayo. Schon der Name brachte mich auf die Vermutung, dass es nicht sein bürgerlicher sein könnte. Und das Secret des aus tiefstem Herzen lächelnden Rayo war: Er zieht zusammen mit seinem Schutzengel Circel ein! Jippppppiiiiiiiihhhhhhh. Ich finde es ja immer großartig, wenn der Mainstream vielleicht zum ersten Mal von so etwas scheinbar Durchgeknalltem hört. Ich musste einfach wissen, wie so jemand im Laufe der Zeit dargestellt wird, ob er lächerlich gemacht oder tatsächlich ernst genommen wird.

Und die nächsten 100 Tage, die natürlich ganz in Boulevard-Manier darauf angelegt waren, ordentlich Zwietracht zu sähen, muss ich mal sagen, dass Rayo ein ganz hervorragender Vertreter für den spirituellen Weg war und ist. Er konnte gar nicht lächerlich gemacht werden, weil er einfach nicht lächerlich ist. Er ist absolut wahrhaftig, weise, hilfsbereit und herzlich. Er machte vor den Augen Aller eine Rückführung und es scheint tatsächlich so, dass die Mitbewohner es ihm abnehmen, dass er einen leibhaftigen Schutzengel hat, mit dem er in der Lage ist, zu kommunizieren.

Und genau das wird auch seine Aufgabe sein. Er zeigt einer breiten Öffentlichkeit, dass es Schutzengel gibt, dass tatsächlich jeder einen hat und dass es außerordentlich glücklich machen kann, spirituell zu leben. Vielleicht gewinnt er sogar das Ganze, weil es nur noch eine Woche dauert und er tatsächlich immer noch drin ist. Möglicherweise wird er danach sogar ein Promi, dessen Meinung gefragt ist. Und das mit einer guten Meinung. Wie schön!

Bei mir hat es sogar auch etwas bewirkt. Denn auch ich habe im Zuge dieser Inspiration meinen Schutzengel kennen gelernt. Ich spreche mit ihm, was mich sehr glücklich macht. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Schutzengel die einzigen geistigen Wesen außer uns sind, die Einfluss auf Materie nehmen können. Sie müssen inkarniert gewesen sein und es sich verdient haben, auf diese Weise dienen zu dürfen. Bei einer Situation war ich schon damals überzeugt davon, dass ich besonderen Schutz genossen habe. Als ich einmal Auto fuhr, mit meiner Frau, meinen Kindern und meiner Mutter als Passagiere, überholte ich auf einer Bundesstraße und hatte plötzlich die Halluzination, dass hinter mir ein anderes Auto ist, das gleichzeitig überholen wollte, drehte mich hastig um und verriss total das Steuer. Meine Frau schrie auf, aber das Auto blieb wie durch ein Wunder in der Spur. Das Verreißen schien keinen Einfluss auf das Fahrzeug zu haben. Und dafür, dass ich eigentlich am Baum hätte hängen sollen, war ich bemerkenswert ruhig.

Jetzt bin ich davon überzeugt, dass mein Schutzengel die Hände im Spiel hatte. Vielen vielen Dank. Es ist ein sehr schönes und überaus sicherheitsspendendes Gefühl, sich geschützt zu wissen. Und ich werde sicher nicht der einzige Big Brother Gucker sein, bei dem sich diese Sicherheit einstellen wird. Rayo, ich danke Dir, dass Du Circels Ruf ins Big Brother Haus gefolgt bist und einen sehr dunklen Ort erhellt hast!