Keine Liebe ist aufrichtiger als die Liebe zum Essen, sagte George Bernard Shaw. Bisserl effektheischerisch, aber dennoch nicht so ganz von der Hand zu weisen. Denn aufrichtig ist die Liebe zum Essen auf jeden Fall. Das kann ich als Freund von Kochshows und heimischem Kochen definitiv unterschreiben. Manche Köche scheinen eine regelrechte Liebesbeziehung mit den von ihnen verarbeiteten Produkten zu führen. Sie behandeln Gemüse mit Respekt, bringen es in schöne Form, geraten ins Schwärmen, drappieren es mit leuchtenden Augen auf dem Teller. Gut, Fleisch behandeln sie genau so, was immerhin besser ist, als es nicht zu tun. Diese LIEBE, dieser Respekt, der der Nahrung entgegengebracht wird, sieht und schmeckt man. Wir schmecken, wenn etwas mit LIEBE gemacht ist, ebenso wie wir sehr schnell und schmerzhaft LIEBlosigkeit feststellen können.
Wenn ich koche, habe ich den Anspruch, es so gut wie möglich zu machen. Meine größte Freude sind dabei Suppen, bei denen ich gelernt habe, sie zu komponieren. Klingt vielleicht ein bisserl nach hochgestochenem Gewäsch, aber das immer wieder Nachschmecken, das Erfassen des Zusammenspiels der Aromen, die Erzeugung von Harmonie, gleicht für mich einer Komposition. Die LIEBE, die ich während des Kochens den Zutaten angedeihen lasse, wenn ich denn dran denken sollte, wird sich anschließend in der Qualität der Nahrung widerspiegeln. Denn wie ich schon mal geschrieben habe, bin ich davon überzeugt, dass wir beim Essen Informationen aufnehmen, die wir anschließend verarbeiten. Wir nehmen die feinstofflichen Informationen der Nahrung auf, während wir sämtliche Materie, na ja, anschließend ordentlich in die Schüssel setzen. Wir nehmen die Motivation auf, mit der das Essen erzeugt wurde, die Information der Zusatzstoffe, der Vitamine und Enzyme.
Einen wesentlichen Anteil an Krankheit und Gebrechen der Menschheit hat industriell hergestellte Nahrung. Diese Nahrung ist tot, aus der Motivation des Gewinnstrebens und Kontrolle gefertigt und besitzt keine wertvollen Informationen für uns. Eigentlich ein Wunder, dass wir doch alle noch einigermaßen funktionieren bei all dem Convenience-Müll, dem auch ich mich aus Bequemlichkeit nicht völlig entziehe. Aber auch hier können wir mit LIEBE die trostlosen Infos ein wenig aufmotzen. Aber ein wirklich gesundes Produkt haben wir vermutlich dennoch noch nicht.
Welche Art der Ernährung wird wohl die Beste sein? Für mich ist auf jeden Fall Fleisch tabu, weil wir mit jedem Konsum die Angst und den Tod der Tiere feinstofflich aufnehmen und so jedes Mal ein bisserl innerlich verwesen. Abgesehen davon wäre es mit weltweitem Hunger und dem unsagbarem Leid der Tiere schlagartig Schluss, wenn wir uns vegetarisch ernähren würden, was ich aber natürlich niemandem vorschreiben möchte. Meine Kinder bestellen sich im Restaurant auch Schnitzel mit Pommes. Jeder kann irgendwann selbst drauf kommen, wenn er will. Und immerhin essen viele schon weniger Fleisch und achten darauf, wo es herkommt.
Intuitiv bin ich davon überzeugt, dass Rohkost die beste Form der Ernährung ist. Die Vitamine und Enzyme, also wertvolle, lebendige Informationen sind dort vollständig enthalten. Wird Gemüse gekocht, verliert es einen Großteil der lebendigen Informationen. Wenn es nicht so anstrengend und nervig wäre, würde ich auf Rohkost umsteigen. Gerade habe ich einen Artikel gelesen, der von der Haute Cuisine Crue schwärmt, die diese doch etwas freudlos erscheinende Form des Essens durch Aromen und Komposition ordentlich aufpeppt. Und selbst das natürliche Aroma eines frischen Kohlrabis, eines Staudenselleries oder eines guten Obstes ist schließlich kaum zu toppen. Ich glaube, dass freudvoll komponierte Rohkost die Nahrung der Zukunft sein wird. Ich werde mal demnächst eine kleine Kur mache, von der ich Dir berichten werde. Und bis dahin werde ich einige kleine, nette Ratschläge beherzigen, die ich unter anderem von Fernsehkoch Alfons Schuhbeck gelernt habe. So sind Kräuter, die ganz wunderbare Eigenschaften besitzen, immer erst ganz am Ende des Kochens zuzufügen. Ebenso sollte spät gepfeffert und Olivenöl erst am Ende zugesetzt werden, damit die guten Informationen erhalten bleiben. Gemüse wird nicht totgekocht, hier und da am Ende Zitronen oder Orangenabrieb rein, regelmäßig Knoblauch und Ingwer, der auch einfach ins Wasser zum Trinken getan werden kann und fertig ist schon eine sehr viel gesündere Ernährung. Wenn die auch noch mit ordentlich LIEBE und FREUDE zubereitet wird, ist schon viel geholfen.




