Heute erreichte mich ein Kettenbrief, der davon berichtet, dass dieses Jahr ein Denkwürdiges ist. Alles dreht sich um die 11. Der 1.11.11 wird ebenso kommen wie der 11.11.11. Den 1.1.11 und den 11.1.11 durften wir ja schon erleben. Tja, schön, viele Einsen und Elfen, könnte man sagen, aber das ist doch völlig schnuppe. Oder?
Spannend fand ich den Hinweis, dass jeder Mensch in diesem Jahr 111 Jahre alt ist oder wird, wenn man das Geburtsjahr mit seinem Alter addiert. Das ist doch schon erstaunlich. Aber vielleicht auch immer noch schnuppe.
Die Elf ist allerdings auch eine Zahl, die sehr häufig an äußerst verheerenden Tagen auftritt. Da denke ich natürlich zunächst an den 11. September, wobei ja die World Trade Center auch eine gewisse Ähnlichkeit zu der Zahl Elf aufweisen, ebenfalls an einem 11. September verkündete der alte Bush zum ersten Mal das Ziel “Neue Weltordnung”, Allende wurde an einem 11. September umgebracht und zuletzt ist die Katastrophe in Japan am 11. März losgebrochen, von der ja einige meinen, dass sie mit Hilfe von HAARP künstlich entfesselt worden sein könnte. Ein japanischer Politiker sprach drei Jahre zuvor von der Bedrohung Japans durch eine Erdbebenwaffe. Chavez äußerte Ähnliches in Bezug auf Haiti. Tja, wer weiß… Die Elf als Datum ist angeblich ein sogenannter Drum-Stick-Day, der sich aus der Perspektive der heimlichen Herrscher ausgezeichnet für Angriffe jeglicher Art eignet. Hm…
Beschreibt die Elf also etwas Beängstigendes und Apokalyptisches? Wahrscheinlich haben dieser Zeiten selbst hartgesottene Realisten das Gefühl, dass wir gerade apokalyptische Zeiten erleben. Katastrophe reiht sich an Katastophe, Krieg an Krieg. Aber ich, wie auch viele Andere sprechen ja auch immer wieder davon, dass in jeder Katastrophe die Chance für etwas Neues, für einen grundlegenden Wandel liegt. Wir sehen es gerade in zarten Anfängen mit den Diskussionen über die Atomenergie.
Zahlen sind niemals einfach nur Zahlen. Es gibt keine Zufälle. Sie stehen für etwas viel Größeres, auch wenn ich das nicht mal ansatzweise durchdrungen habe. Angeblich wurde auf Seelenebene am 11.1.1992 beschlossen, dass es einen Bewusstseinsprung der Menschheit geben wird, satt einer Vernichtung. Könnte man natürlich als esoterisches Geschwätz abtun, zumal die Quelle gechannelt, also nicht von dieser Welt ist. Aber ist doch irgendwie lustig, darüber nachzusinnen. Denn auch in meinem Leben taucht immer wieder die Elf auf. Herr Freude trifft sich mit seinen Hochzeitspaaren immer im Café Elf und beinahe jeden Tag fängt mein Blick die Zeit 11 Uhr 11 auf. Ist doch merkwürdig, oder? Die Chancen dafür stehen ja nicht gerade so sehr gut. Zum erstem Mal mit der Elf in Berührung gekommen bin ich durch die Geburt meiner Kinder. Sie erblickten beide um 1 Uhr 11 das Licht der Welt. Der Eine Mittags, der Andere nachts.
Ich glaube, dass die Elf eine Zahl sein könnte, die einen Wendepunkt markiert. Sie ist Vorbereitung für die Zwölf, die kommen wird. Jeder Mensch hat angeblich 12 DNS-Stränge, die noch aktiviert werden wollen, zwölf Apostel hatte Jesus an seiner Seite, die komplette (chromatische) Tonleiter besteht aus 12 Tönen und nicht zuletzt wartet das Jahr 2012 eventuell darauf, den Himmel auf Erden zu holen. Und gerade sehe ich auf meinem Computer die Zeit 12 Uhr 12. Hihi.
Der Kettenbrief vermeldete, dass er an acht Freunde verschickt werden muss, dann wird nach Chinesischem Feng Shui für alle Teilnehmer ordentlich Kohle ausgespuckt. Denn 2011 sei das Jahr des Geldes. Woher es kommen soll, sei mal dahingestellt. Ich denke, dass 2011 zumindest in sofern Jahr des Geldes sein wird, weil das Geldsystem kollabieren oder sich zumindest sehr verändern wird. Sieht man gerade in den USA, wo sich der Schuldenstand jede Minute (!) um eine Million erhöht und sie zahlungsunfähig werden, wenn kein Haushalt verabschiedet wird. Aber vielleicht bekomme ich ja auch den Lottogewinn, der mir ermöglichen wird, meine vielen vielen Pläne zu verwirklichen. Ich verschicke den Brief nicht an 8 Freunde, aber sehe gerade, dass ich diesen Artikel am 8.April veröffentliche. Am 8.4. Und 8 plus 4 sind 12 ; )
11, 11 und nochmals 11
Immer das gleiche Muster
Gestern hörte ich, als Untermalung zum Abwaschen, die “Sprechstunde am Nachmittag” auf Radio Fritz. Das Thema war Deutschlands “Nein” zum Luftkrieg gegen Libyen. Äh, Pardon, im Neusprech heißt es natürlich zur Durchsetzung der Flugverbotszone. Es wurde darüber debattiert, ob es nicht nur Wahlkampfkalkül von Guido sei, ob sich Deutschland mit seinem Nein nicht außenpolitisch isoliere und ob sie nur zusehen wollten, wie ein irrer Diktator seine Bevölkerung niedermetzelt. Da musste ich doch einfach anrufen!
Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, dass gebildete, eigentlich friedensbewegte Menschen immer wieder auf das gleiche Muster reinfallen und sofort nach einem scheinbar menschenfreundlichen Krieg verlangen. Lernen wir denn überhaupt gar nichts? Welcher Krieg dient denn wohl dazu, Menschen zu schützen? Wie kann es sein, dass den Meisten als einziges probates Mittel gegen Tyrannei Krieg einfällt?
Es ist doch immer wieder das gleiche Muster: Da ist ein Diktator, der häufig vom Westen erst mal an die Macht gebracht wird, dem über Jahre die Gelegenheit gegeben wird, sich ordentlich mit Waffen zu versorgen, die ihm die USA, Deutschland, Großbritannien und Andere, ohne mit der Wimper zu zucken, liefern. Völlig unbehelligt kann er schalten und walten; kann er Menschenrechte mit Füßen treten, unliebsame Gegner um die Ecke bringen und wird auch noch von Obama, Angie, Brown und Co. zum netten Plausch eingeladen. Schließlich führen alle Handel mit ihm oder er ist ihnen in irgendeinem anderen Konflikt nützlich.
Irgendwann, welch Überraschung, stellt er mit den vielen, vielen, vielen Waffen irgendeinen Irrsinn an. Diesen hat er entweder wie Hitler schon Jahre vorher angekündigt und wurde trotzdem von amerikanischen Banken mit Geld versorgt oder er hat wie Hussein vom Westen unbehelligt und unterstützt Massen von Kurden vergast oder hat wie Gaddafi die Welt schon mal an den Rand eines Atomkriegs gebracht. Nichts davon führt dazu, dass die Despoten irgendwelche Schwierigkeiten haben, weiter Handel zu treiben und weiter an Waffen zu gelangen. Dann irgendwann passen die Diktatoren der “westlichen Staatengemeinschaft” nicht mehr in den Kram. Zwar haben sie vorher oft genauso schlimme oder manchmal schlimmere Taten begangen, aber plötzlich taucht massiv in den Medien auf, dass sie ihre “Bevölkerung in Geiselhaft nehmen”, dass sie irgendwen mit Massenvernichtungswaffen bedrohen oder ein zweites Ausschwitz anstreben. Dieses alles müsse verhindert werden und als Mittel sei Krieg einfach konkurrenzlos. Ein gerechter Krieg, um Menschen zu schützen. Als Präzedenzfall für diese gerechten Kriege gilt der zweite Weltkrieg. Hier wurde erreicht, dass Hitler ausgedient hat. Dieser Krieg rechtfertigt alle heute geführten Kriege gegen Diktatoren. Aber niemand fragt, wie diese Typen überhaupt an die Macht gekommen sind. Niemand fragt, wo sie die ganze Kohle für ihre Propaganda herhatten. Und niemand fragt, warum sie so lange unbehelligt schalten und walten konnten. Um vorauszusehen, dass irre, größenwahnsinnige Kerle mit einem gigantischen Waffenarsenal und Milliarden auf dem Konto irgendwann auch Irres tun, muss man nun weder Nahostexperte noch Politiker sein.
Das Muster ist immer das Gleiche. Und traurigerweise ist auch das Muster, wie Kriege seit dem zweiten Weltkrieg verlaufen, immer das Gleiche. Die Zahl der getöteten Zivilisten steigt von Krieg zu Krieg. Im Irak gehen sie in die Hundertausende. Wenn man im Fall von Libyen denkt, sofort Bomben schmeißen zu müssen, um die Zivilisten vor Gadaffi zu schützen, weil er schließlich gesagt (!) hat, dass er gegen die Rebellion ein Exempel statuieren will, dann muss man sich einfach vor Augen halten, dass ein Krieg noch viel viel mehr Zivilisten töten wird. Es wird mit Uranmunition geschossen, die ganze Landstriche kontaminiert und dessen Schäden für die gesamte Natur unabsehbar sind. Es werden Streubomben geschmissen, die Minen durch die Gegend schleudern, die noch etliche Jahre später spielende Kinder in Stücke reißen. Wer glaubt denn da allen Ernstes, dass es einen “humanen” Krieg gibt? Wer glaubt denn, dass es Sarkozy und den anderen “Willigen” darum geht, Menschen zu schützen?
Jemand, der Krieg kategorisch ablehnt, wird als naiv angesehen, aber wer sich ohne über irgendwelche Konsequenzen nachdenkend förmlich euphorisch für den “gerechten” Krieg ausspricht, gilt als Realist und auch noch als Menschenfreund. Und ich mache denjenigen, die für einen Krieg gegen Gadaffi sind, gar keinen Vorwurf. Sie denken ja, das Richtige zu denken. So auch offensichtlich der Moderator der Radio-Talksendung, der zwar meine Argumente zu verstehen schien, dass Krieg niemals gerecht sein kann, dass Krieg IMMER mit Lügen beginnt und dass Krieg niemals aus Menschliebe geführt wird, der aber dennoch fragte, was man denn jetzt machen solle, wenn ein Diktator nun mal konkret seine Bevölkerung bedrohen würde.
Da ist doch erstmal zu fragen, wer da überhaupt bedroht wird. Rebellen richten Waffen gegen den Machthaber. Das mag berechtigt sein, aber genauso berechtigt wäre es, Waffen gegen Obama samt seinem militärisch-industriellen Komplex zu richten. Was würden die USA dann wohl machen? Vielleicht das Militär rufen, um die bewaffneten Aufstände niederzuschießen? Ja, genauso würden sie und genauso würden alle anderen Länder es auch machen. Haben die Libyer es mit einem gewaltlosen Widerstand versucht? Wenn eine breite Mehrheit etwas will, kann kein noch so despotischer Herrscher sie davon abhalten. Aber ich möchte hier nicht das Verhalten von einem zugegebenermaßen sehr irre wirkenden Diktators rechtfertigen. Allerdings muss die Frage gestellt werden, wer da eigentlich rebelliert. Sind das ganz ehrbare Leute, die das Land anschließend in eine vorbildliche Demokratie umformen möchten? Hm, zumindest Zweifel dürften erlaubt sein. Aber wenn jetzt wirklich große Teile der Bevölkerung nach Freiheit streben und ein irrer Diktator sie bedroht, was könnte man dann statt eines Krieges unternehmen? Der Luftkrieg verschlingt jeden Tag hunderte Millionen Dollar. Wenn die “Willigen” einfach zusammenschmeißen würden, könnten sie jeden Militär, der sich von Gadaffi abwendet, fürstlich entlohnen, was meinste wie schnell die nicht mehr auf seiner Seite wären? Sie könnten Leute einschleusen, die ihn um die Ecke bringen, könnten Kopfgeld aussetzen und generell erstmal überhaupt verhindern, dass totalitäre Systeme von westlichen Waffenschmieden versorgt werden. Also bitte, das wäre doch wirklich das Erste, wenn es um Menschen und Frieden ginge.
Es geht aber niemals um Menschen und niemals um Frieden. Es geht um unfassbare Gewinne der Waffenindustrie, die eng mit den Banken und der Politik verbandelt ist. Ohne die gigantischen Umsätze mit Waffen, wären die USA noch bankrotter, als sie ohnehin schon sind. Ohne diese Umsätze hätte das Geldsystem bereits ausgedient. Es geht um geostrategische Erwägungen. Es geht um Bevölkerungsreduktion. Es geht letztendlich um die Verbreitung von Angst und Schrecken, denn eine Bevölkerung, die ohne Angst lebt, wäre nicht mehr kontrollierbar.
Bei aller Manipulation und Gehirnwäsche merken aber immer mehr Menschen, was eigentlich vorgeht. Die Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Frieden. Der Wahnsinn, mit dem wir täglich in den Nachrichten befeuert werden, ist das verzweifelte Aufbäumen des Alten. Krieg gehört zum Alten. Und wenn sich der Guido aus Wahlkampfkalkül dagegen ausspricht, hat er meinen Segen.
Transformierende Katastrophen
Wir befinden uns in apokalyptischen Zeiten. Bürgerkriege, Erdbeben, Tsunami, Supergau. Da könnte einem doch wirklich Angst und Bange werden, zumal die Medien alles dafür tun, genau diese Ängste noch zu potenzieren. Ich habe auf bild online nicht gezählt wie oft die Worte Angst, Panik, Schrecken und Gau genau auftauchen, aber selbstredend etliche Male und dazu noch in große horrorfilmartige Lettern gekleidet. Was genau bringt das eigentlich? Sind die minütlichen Horrormeldungen wirklich Information? Information, die uns vielleicht auch weiterbringen kann?
Einen guten Nebeneffekt hat in diesem Fall die Angstmache, denn immer mehr Menschen merken, dass man die Natur nicht einfach mit Hilfe von Technik beherrschen kann. Merkwürdigerweise braucht es immer eine Katastrophe, um zu erkennen, dass beispielsweise Atomkraftwerke nicht unbedingt im erdbebengefährdetsten Gebiet der Erde errichtet werden sollten. Tja, aber wer nicht hören will…
Unter Anderem durch die Medien und das Internet werden Katastrophen global, sie gehen jeden Einzelnen etwas an. Doch wie soll jeder Einzelne darauf reagieren? Mit Angst? Wem wäre damit geholfen? Wenn jetzt jeder Angst vor einer eventuellen radioaktiven Wolke hätte, würde das irgendwie die Situation lösen? Angst ist tatsächlich eines der Themen, die mich bereits seit langer Zeit beschäftigen. Früher, als Kind und als Jugendlicher hatte ich vor vielem Angst. Als Kind am Meisten vor bösen Träumen und einem Atomkrieg. Als Jugendlicher vor Entblößung, Zurückweisung und Versagen.
In meiner jetzigen Lebensphase habe ich ausschließlich situative, triebhafte Angst. Also wenn ein Lastwagen auf mich zurasen oder ich über einem Abgrund balancieren sollte. Sorgen sind mir tatsächlich unbekannt. Ulkig finde ich immer die Frage, ob man sich Sorgen machen muss. Ich denke, dass man sich wirklich niemals Sorgen machen muss. Wir sollten aufmerksam, sollten zentriert, sollten innerlich stark und sicher sein. Sorgenfreiheit ist nicht das Gleiche wie Sorglosigkeit im Sinne von Fahrlässigkeit. Sorgen macht sich nur der Intellekt und das Ego. Es sind nutzlose, krankmachende Gedanken.
Wir leben in einem energetischen Feld, inmitten von Schwingungsfrequenzen. Wenn wir auf Katastrophen mit Angst reagieren, speisen wir genau diese niedrige Frequenz in das Feld ein. Wenn wir aber zum Beispiel mit MITGEFÜHL reagieren, wenn wir für die Opfer, für die Hinterbliebenden und nicht zuletzt für unsere Welt meditieren und beten, speisen wir hohe Schwingungen ein. Wenn diese viele Menschen tun, was dieser Tage stattfindet, potenziert sich diese Kraft noch. Genau das ist die Chance, die in Katastrophen steckt, so schrecklich sie im Moment sein mögen. Sie können letztendlich etwas NEUES zu Tage fördern. Ich vergleiche das immer mit einer Geburt. Währenddessen ist es nicht gerade ein Spaziergang, die Frauen werden zum Teil von unerträglichen Schmerzen gepeinigt, aber letztendlich hat sich alles gelohnt, weil ein neues Leben geboren wurde. Ich bin davon überzeugt, dass die Welt sich transformiert. Was nicht im Einklang ist, geht unter. Und wer will, transformiert mit. Und selbst wenn man das nicht glauben sollte, ist es doch so: Zuversicht fühlt sich sehr viel schöner an als Angst und Resignation.
Kleine Sünden…
Es ist gleichzeitig sehr erhellend und währenddessen sehr frustrierend zu erleben, dass wir immer wieder mit ähnlichen Situationen im Leben konfrontiert werden. So lange, bis wir sie bewältigt haben. Eine Situation, die mir immer und immer wieder mal begegnet, ist, dass ich, von Zeitdruck gehetzt, den Ort nicht finde, an den ich kommen soll. Passierte mir schon vor Bewerbungsgesprächen, zu denen ich schließlich japsend und schwitzend auflief, vor Einladungen, die ich dann völlig verspätet erreichte oder wie vorgestern, als ich meinen Sohn von einem Kindergeburtstag abholen wollte.
Es begann mit einem Mini-Betrugsversuch, der postwendend gesühnt wurde. Ich stellte nämlich beim Besteigen des Busses fest, dass ich nur noch Geld für zwei Kurzstreckenfahrkarten dabei hatte. Eine für die Hin- und eine für Rückfahrt. Bei Bussen kann man auch nicht einfach mal reinschlüpfen wie bei der U-Bahn, weil man dem Fahrer die Karte vorzeigen muss. Also kaufte ich mir eine Karte für 5 Stationen, obwohl ich 7 fahren wollte. Ja ja, kleine Sünden… Ich stieg ein, wähnte mich am hinteren Ende des Busses in Sicherheit und … der Bus hielt. Nach bereits 4 Stationen. Ich war in einer Gegend, in der ich noch nie war und hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt in den richtigen Bus gestiegen war. Die Zeit des Abholtermins saß mir unbarmherzig im Nacken. Wat nu? Hastig ging ich zur Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite. ,Zurück fahren und dann den richtigen Bus nehmen´ dachte ich, sah den Bus ankommen und stellte dann nochmals fest, dass ich gar nicht genug Geld dabei habe. Eine leichte Panik machte sich breit. Plötzlich sah ich wieder einen Bus. Auf der anderen Seite. Diesmal den Richtigen. Ich sprintete los, die Türen gingen bereits zu, ich klopfte atemlos gegen die Tür und der missmutig dreinblickende Fahrer machte auf. Ich bedankte mich und wollte an ihm vorbeigehen, da sagte er, ,hey, Fahrkarte´. Ja ja, Berliner Busfahrer sind nicht immer die freundlichste Spezies auf diesem Planeten, aber Recht für sein Misstrauen hatte er. Umständlich kramte ich in meinen Hosentaschen nach der vorherigen Kurzstreckenkarte. Die Hektik wurde noch dadurch angeheizt, dass er so lange stehen blieb, bis ich sie schließlich gefunden hatte. Abermals versuchte ich schändlicherweise zu täuschen und verdeckte den Umstand, dass ich nur ne Kurzstreckenkarte hatte, mit dem Finger. Der Fahrer fiel nicht darauf rein. ,Dat is ja ne Kurzstrecke!´ stellte er umumwunden fest. ,Ja, aber die gilt ja noch, der Bus von eben hielt einfach hier an´, gab ich alles. Die versammelte Fahrgastschar sah mich an. Schließlich fuhr der Bus immer noch nicht weiter. ,Nur noch eene Station könnse fahrn´, blaffte der Fahrer und setzte sich in Bewegung. Jetzt war ich schon zu spät und müsste auch noch früher aussteigen. Hastig wühlte ich in meinem Portmonnaie. Nur zehn Cents fehlten bis zu nächsten rettenden Kurzstreckenkarte. Also fragte ich eine Frau nach zehn Cents, sah, wie sie innerlich mit sich rang, um mir schließlich doch das Geld zu geben. Ah, jetzt war es geschafft! Bis hier hin.
Denn ich musste ja noch das Haus des Geburtstags finden, was mir auch recht schnell gelang. Dachte ich. Ich hatte nämlich die Einladung vergessen und wusste nicht, wie der Freund von meinem Sohn mit Nachnamen hieß. Also klingelte ich beim erstbesten. Man kommt sich sehr merkwürdig vor, wie ein äußerst unerwünschter Vertreter oder schlimmer, wenn man aus dem Lautsprecher ein unwirsches ,Ja?´ hört, dann stammelt ,Ja, hallo, entschuldigung, aber wohnt bei Ihnen ein Junge namens Bela, der heute Geburtstag hat?´ und anschließend einfach ein ,Nein´ und mehr nicht vernimmt. Also noch mal allen Mut zusammengenommen und beim Nächsten geklingelt. Gleiches Ergebnis. Da kam eine Frau heraus, deren Gesichtsausdruck ich ansah, dass ihr im ersten Moment durch den Kopf ging, ob ich ein Dieb, ein Klinkenputzer oder noch etwas viel Schlimmeres sein könnte. Abermals fragte ich sie nach einem Jungen namens Bela. Müsste eigentlich nicht so schwer sein, schließlich waren nur sechs Wohnungen in dem Haus. ´Hm, sagte sie mit einem klitzekleinen Bisschen mehr Vertrauen in ihrem Gesicht, ,ein Junge wohnt hier, aber ob der Bela heißt?´ Sie wies mir das Klingelschild, das in Frage kam. Wieder klingelte ich, wieder ohne Erfolg. Zu meinem Glück kam hinzu, dass ich mein Handy nicht mithatte und so meinen großen Sohn, der zu Hause war, nicht anrufen konnte. Also bat ich die Frau um einen Anruf mit ihrem Handy. Wieder sah ich das Zögern in ihrem Blick. Sie gab es mir mit den Worten ,na, ja, sie werden ja wohl doch nicht damit abhauen, was? Man weiß ja nie!´ Ich haute nicht ab, traf aber erst auf unser kaputtes Festnetztelefon, das immer ein Freizeichen suggeriert, aber bei uns nicht klingelt und auf die Mailbox meines Handys. Jetzt wurde ich wirklich panisch. Mein Sohn war zum ersten Mal bei dem Jungen, es wurde später und später, ich dachte, ich hätte mir die falsche Hausnummer gemerkt und stand ohne Handy und Geld im Irgendwo von Berlin. Heulend hetzte ich die Straße rauf und runter, in der völlig unbegründeten Hoffnung, so auf meinen Sohn zu treffen. Schließlich brach ich das Unternehmen ab. Ich musste nach Hause, musste diese Einladung finden und anrufen. Ich rannte zur Straßenbahn, stieg ein und ging an einem bedenklich angeschlagenen Typen vorbei, der zur Begrüßung erstmal kräftig auf den Boden rotzte. Fast erwartete ich, jetzt auch noch kontrolliert zu werden. Es hätte gepasst. Tatsächlich blieb ich verschont. Bis auf die Tatsache, dass ich vorher offensichtlich noch schön in Hundekacke gelatscht bin und das nicht nur mit dem Schuh, sondern angenehmerweise auch noch mit einem großen Teil des Schnürsenkels, der mich übelrichtend und braun von unten anstarrte.
Der Rest der Geschichte ging gut aus. Ich rannte nach Hause, starrte auf die Einladungskarte, stellte zu meinem Erstaunen fest, dass die Hausnummer richtig war, rief an und traf auf eine sehr verständnisvolle Mutter, die meinen Sohn gleich zu mir nach Hause fuhr. Keine große Geschichte eigentlich, aber abends fragte ich mich, was das eigentlich zu bedeuten hatte, dass ich immer wieder in solche Situationen gerate. Dass ich völlig überfordert bin, wenn mir etwas so völlig zu entgleiten scheint und ich keine Kontrolle mehr habe. Vor meinem inneren Auge spielten sich all die Geschichten gleichen Musters ab, die ich in meinem Leben schon erlebt hatte. Selbstreflektion trägt viel zur Erkenntnis bei. Und schließlich lachte ich drüber und LIEBTE einfach die Ursachen für meine Unzulänglichkeiten, was nie verkehrt ist. Und schwupps war ich im wunderbaren Ideenmodus und allerbester Dinge. Man sollte immer mal wieder darüber nachsinnen, warum sich manche Muster wiederholen, sich klar machen, dass nur man selbst dafür verantwortlich ist, LIEBEN und FREUDIG erleben, was passiert.
Thema heute: Gelungene Verknüpfung
Immer häufiger beobachte ich, dass es Thementage zu geben scheint. Also Tage, in denen sich bestimmte Thematiken besonders gut oder auch besonders schlecht anpacken lassen. Wenn dem so sein sollte, wäre es sinnvoll, dies frühzeitig zu erkennen, um möglichst gut den Flow zu nutzen und eben nicht etwas anzupacken, was an diesem Tag zum Scheitern verurteilt ist.
Ich komme eben darauf, Dir über dieses Thema zu schreiben, weil dieser Tag für mich gerade ein gelungener Verknüpfungstag zu sein scheint. Ich hatte gerade ein sehr inspirierendes Gespräch, das ich eigentlich für morgen gedacht hatte; mit einer Freundin einer Freundin, die auch gerne das “Frollein Freude” geben und Hochzeitszeremonien durchführen möchte. Unsere Ansichten passten wie Arsch auf Eimer und in Kürze wird sie zum Team Freude dazustoßen. Ich bin mir sicher, dass sie sowohl FREUDE bei der Arbeit haben wird, als auch den Hochzeitspaaren nebst Gästen viel FREUDE bereiten wird. So soll es sein! Wenn wir andere inspirieren und sie auch noch sanft anschubsen können, das zu tun, was ihnen am HERZEN liegt, ist das wunderbar.
Und gerade als sie aus der Tür ging, klingelte mein Telefon. Eine gute Bekannte war dran, die ich gestern unverschämt kurzfristig gefragt habe, ob sie schon am Wochenende in Lüchow-Dannenberg auf dem 70. Geburtstag meiner Mutter spielen könnte. Sie ist berufliche Musikerin aus Berlin. Und wie sollte es anders sein, als dass sie mir die herrliche Botschaft überbrachte, dass sie gemeinsam mit einer befreundeten Musikerin kommen und meiner Mutter eine riesige und bestimmt tränenreiche FREUDE machen wird.
Mal schauen, ob noch weitere herrliche Verknüpfungen geschehen werden, aber ich will mal schön bescheiden sein. Auf jeden Fall werde ich noch eine Rede für meine Mutter schreiben. Denn heute scheint ein Tag zu sein, an dem es flutscht.
Ich habe Tage erlebt, da klappte einfach alles, alles, alles. Es gibt Tage, da ist es besonders günstig, alter Freundschaften wiederzubeleben. An anderen Tagen widme ich mich ausschließlich mir, tanze, mache Yoga und gehe in die Sauna, was ebenfalls sehr schön ist. Andere Tage eignen sich besonders gut zum Einkaufen, andere zum Schreiben, einige zur Beziehungspflege und wieder andere eignen sich für nichts anderes als für Rumgegammel, weil ich sonst alles kaputt machen würde, was in die Finger kriege. Muss es auch geben.
Wenn ich Anzeichen für ein bestimmtes Thema sehe, gehe ich gezielt in diese Richtung. Nicht immer, aber doch häufiger mal. Und dann flutscht es. Blöd natürlich, wenn man jeden Tag bei der Arbeit das Gleiche machen muss, dann können Thementage sein, wie sie wollen. Aber ich bin mir sicher, dass es weggehen wird vom Konzept der immergleichen Arbeit. Dass wir erkennen werden, was gerade anliegt und uns in genau den Fluss begeben. Und ich sehe weiter, ob dieser gelungene Verknüpfungstag noch weitere Überraschungen auf Lager hat.
Der uns eigene Weg
Menschen haben häufig das Bedürfnis, bereits Vorgedachtes und -gefertigtes zu übernehmen. Wenn “Experten” es sagen, wird es schon stimmen. Wenn eine bestimmte Denkrichtung schon viele Jahre auf dem Buckel hat, wird sie schon richtig sein. In der Schule und in der Uni wird einfach reproduziert, was Andere für uns vorgedacht haben. Und politische Denke wird uns auch nicht zugetraut, das müssen wir den Repräsentanten überlassen.
Selbst auf dem spirituellen Weg nehmen viele einfach die Lehren eines Lehres/Gurus oder einer Religion widerspruchslos auf, zahlen am Besten noch viel dafür und merken gar nicht, dass es vielleicht auch ihren ganz eigenen Weg geben könnte, den es zu entdecken gilt. Aber das ist nun mal leider unbekanntes Terrain. Da ist es doch viel einfacher, einfach mal Buddhist zu werden. Ich lächle immer in mich hinein, wenn mir Leute sagen, dass sie Buddhisten sind, weil sie beispielsweise an Wiedergeburt glauben. Etwas zu sein, erfordert dann doch ein bisschen mehr. Aber ich fand es immer auch befremdlich, wenn jemand sich dumm und dusselig büffelt, um ein total sattelfester Buddhist zu werden. Eigenes Denken, Erleben und Erkennen ist da meiner Ansicht nach nicht so gefragt. Aber sollten wir nicht selbst wissen, was gut für uns ist?
Ich habe gerade intuitiv aus einem Sammelsurium eigener Erfahrungen eine Yoga-Meditations-Licht-Liebes-Klang-Übung kreiert. Sie beinhaltet alles das, was ich wunderbar finde, alles was bei mir ausgezeichnet funktioniert und alles, was ich mir in meinem Leben wünsche. Eine ganzheitliche Übung nur für mich : ) Aber selbstredend werde ich sie mit Dir teilen, wobei Du aber auch darauf achten könntest, Dich genau zu fragen, was Du Dir alles wünscht und herauszufinden, was bei Dir gut funktioniert.
Bevor ich von der Übung berichte, möchte ich noch mal kurz zurückdrehen. Und zwar habe ich in der Vergangenheit andere Übungen nachgeahmt, wie etwa die Kommunionen der Essener oder die Reinigung mit LICHT und LIEBE, die MARYAM lehrt. Das tue ich jetzt auch, nur eben auf meine Art. Früher bin ich oft mit dem Gedanken abgeschweift oder glatt weggepennt, wenn ich mich eigentlich über längere Zeit innerlich konzentrieren wollte. Fragt sich, ob ich einfach nicht diszipliniert genug war und ich mir in den Hintern hätte treten sollen oder ich mir zu verstehen geben wollte, dass diese Übungen eben nicht meine waren.
Jetzt hatte ich ja vor einiger Zeit entdeckt, dass es ganz hervorragend ist, wenn ich einfach meine Fußsohlen aneinanderlege. Dieser simple Schritt führt dazu, dass ich DA bin. Dass ich präsent bin, wach, heiter und freudig. Beim Yoga, was ich seit einiger Zeit auf Anraten meiner Frau betreibe, wurde ich zu bewusstem Atem inspiriert. Tief bis hinunter in die Fußspitzen durch die Nase einatmen und allen Ballast durch den Mund wieder rausatmen. Vor der Übung gehe ich im HERZEN in die LIEBE, wie ich es bei MARYAM gelernt habe. Ich sage außerdem meinen Satz ICH BIN DA und ICH LIEBE MICH, was ebenfalls eine außerordentliche Wirkung entfaltet. Kannste ja schon mal ausprobieren: Hinlegen, Fußsohlen zusammen, Hände über dem Kopf aneinanderlegen, ICH GEHE IN RESONANZ ZUR BEDINGUNGSLOSEN LIEBE, ICH BIN DA und ICH LIEBE MICH sagen, durch die Nase einatmend die gefalteten Hände fließend nach unten über Körper und sie beim Ausatmen ausgebreitet am Körper vorbei wieder nach oben führen. Weiß gerade nicht, ob es anhand der Worte nachvollziehbar ist, aber ich hoffe es einfach mal. Das habe ich neulich gemacht und es hat eine enorme innere Kraft entfaltet. Dann machte ich intuitiv weiter.
Bei der Logopädie habe ich neulich gelernt, dass jeder Vokal in einem anderen Bereich des Körpers gebildet wird und zwar dort, wo auch die Chakren liegen. Das war eine enorme Erkenntnis für mich, denn ich wusste intuitiv, dass der Klang der Vokale eine wesentliche Rolle für die gesamte Schöpfung spielt. Ganz oben aus dem Stirnchakra, auch drittes Auge genannt wird das I gebildet, darunter im Kehlkopf das E, im HERZEN das A, im Solarplexus das O und ganz unten im Wurzelchakra das U. Also habe ich einfach mal nach jedem Einatmen an ein Chakra gedacht und den dazugehörigen Vokal getönt. Tönen flasht ungemein, gerade gemeinsam mit Anderen. Dann habe ich noch, inspiriert durch die Kommunionen der Essener, immer das eingeatmet, was ich mir aus dem jeweiligen Chakrenbereich von HERZEN wünsche. Aus dem dritten Auge wünschte ich mir Kreativität und Ideen, aus dem Hals wahrhaftige Worte, die immer in dem richtigen Ton gesprochen werden, aus dem HERZEN wünschte ich mir EINSSEIN mit GOTT, aus dem Solarplexus Gelassenheit und aus dem Wurzelchakra Erdung und Kraft. Das alles wünsche ich mir von HERZEN. Also habe ich es in die Übung eingebaut. EINSSEIN mit GOTT einatmen während die gefalteten Hände am Körper entlang runterwandern, fühlen, dass das EINSSEIN wie ein Scanner jede Zelle erreicht und anschließend die geöffneten ausgestreckten Hände am Körper vorbeiführen, also das EINSSEIN mit allem teilen und dazu das A tönen. Das mache ich mit allen Chakren mehrmals durch. Nachdem ich beim U angelangt bin, atme ich FREUDE ein, denn schließlich bin ich HERR FREUDE und möchte von HERZEN FREUDE geben und töne DA. Diese Übung ist meine ganz eigene, die Du natürlich für Dich transformieren kannst, wie Du willst. Schön finde ich dabei auch noch, dass ich mit den aneinandergelegten Händen und Füßen wie eine Acht, also wie die Unendlichkeit geformt bin. Mal sehen, ob die Übung sich noch weiter entwickeln wird. Und das Schöne ist, dass sie nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt und dolle Bock bringt, so dass ich sie oft, vielleicht sogar annähernd täglich ausüben werde. Mal sehen mit welchem Ergebnis.
Wir können uns ruhig von Anderen, anderen Denkrichtungen und spirituellen Schulen inspirieren lassen. Ich glaube aber, dass wir aus all dem unseren Weg finden sollten. Dieser uns eigene Weg führt dazu, dass wir uns bestmöglich entwickeln. So fühlt es sich zumindest für mich an.
Kreuze für die Transparenz
Wahlen sind für mich weitgehend uninteressant geworden. In der repräsentativen Demokratie ist es ein wenig so, als wenn es nur noch Bonbons zu essen gäbe und wir dann die Wahl hätten, welche gesundheitsgefährdende Sorte wir denn wählen möchten. Am Wochenende stand aber endlich eine andere, eine echte Wahl an, nämlich der Volksentscheid zur Offenlegung der geheimen Wasserverträge. Es war der erste Volksentscheid in Berlin, der nicht von einer Lobbygruppe; der erste, der nicht mit Unsummen von Geld; der erste, der mit einer reinen Motivation geführt wurde. Und das Beste daran: Es war der erste, der erfolgreich war!!!
Am Glücklichsten bin ich über die vielen positiven Zeichen, die dieser erfolgreiche Volksentscheid zu Tage förderte. Die Menschen wollen Transparenz. Sie interessieren sich. Sie setzen sich für die Gerechtigkeit ein. Die Politik und die Wirtschaft werden mit Schrecken feststellen, dass es in Zukunft schwieriger sein wird, die Menschen übers Ohr zu hauen. Sie werden hinnehmen müssen, dass es in Zeiten von facebook und Co auch mit bescheidenen finanziellen Mitteln möglich sein wird, die Gesellschaft zu mobilisieren.
Der Volksentscheid war ein wirklich hervorragendes Zeichen. Über 660000 engagierte Menschen haben sich aufgemacht, um ihre Stimme für Transparenz, Wahrhaftigkeit und Klarheit abzugeben. Und das, obwohl nur vereinzelt Hinweis-Plakate hingen, weil so wenig Geld für die Kampagne zur Verfügung stand. Mein Berlin hat mich glücklich gemacht. Danke!
Well, well, well
“Es sich gutgehen lassen” wird paradoxerweise häufig negativ bewertet. Sofort kann Neid aufkommen bei denen, die es sich nicht gutgehen lassen. Aber vergnügen sich Gutgehenlasser auf Kosten Anderer oder tragen sie nicht vielleicht zu einer sehr viel erfreulicheren Umgebung bei?
Ich bin bekanntlich ein großer Freund davon, es mir gut gehen zu lassen, ohne (na ja, zumindest meistens) die Notwendigkeiten zu vergessen. Im Urlaub hat sich mir gezeigt, dass wir sehr unterschiedliche Wege einschlagen können, dass es uns gut geht. Von der Planung des ersten, wunderbaren und noch dazu kostenlosen Weges hatte ich bereits kurz berichtet: Sex! Spaß daran zu haben, neue Horizonte zu entdecken, neue Wege einzuschlagen, all das ist wahrhaftig erhebend. Ich bin ja mit meiner Frau zu meinem Geburtstag in ein schönes Hotelzimmer gegangen, um alles zu tun, was wir schon immer mal tun wollten, aber nie geäußert haben. Und das mit größter LIEBE und HINGABE. Sich vorher auszumalen und vorzustellen, wie es sein wird, es vorzubereiten, dann Zeit und Muße zu haben und diese Zeit nur sich zu widmen, war wirklich herrlich. Und man zehrt noch lange danach von dieser Erfahrung. Kühne Fantasien mit der eigenen Frau auszuleben, ist wirklich zu empfehlen. Das Geschenk der Sexualität ist reinstes Wellness.
Die Es-Sich-Gut-Gehen-Lassen-Empfehlung Nummer Zwei ist Wellness in seiner ursprünglichen Bedeutung. Ich bin ein großer Freund des Saunierens geworden, was ich früher aus Gründen von Scham nie getan habe. Das befreiende Schwitzen, das man geistig unterstützen kann, indem man sich vergegenwärtigt, dass der Körper Giftiges und Unnützes ausscheidet, finde ich herrlich. Das sich kalt (na ja in meinem Falle leicht lau bis kühl, Weichei bin ich immer noch) abduschen, dieses buchstäbliche Wechselbad der Gefühle mit anschließendem Einmummeln und entspannen, kann ich nur wärmstens empfehlen. Massiert zu werden ist natürlich auch herrlich, aber dummerweise auch scheißteuer. Alternativtipp: Sich Zeit und Muße nehmen und im Falle einer Partnerschaft oder dicken Freundschaft einfach privat massieren.
Die dritte Variante des Es-Sich-Gut-Gehen-Lassens ist mir am Ende meines Urlaubs begegnet. Ein guter Freund hat eine Party geschmissen. Tanzen, als wenn keiner zuguckt, alles rauszulassen und herrliche Gespräche mit langjährigen Freunden zu führen, die immer und immer besser werden, ist etwas, was wirklich nachhaltig zu meinem Wohlbefinden beiträgt. Sich zu sagen, wie toll man sich findet, sich mitzuteilen wie großartig die Freundschaft ist und was man besonders aneinander schätzt, bringt FREUDE, wahre Sicherheit und nachhaltiges GLÜCK. Wahre Freundschaft empfinde ich als echten Segen. Und sie fördert auch Überraschendes zu Tage. Ein sehr guter Freund von mir, der ein echter Macher ist, der eine ganze Abteilung bei einem börsennotierten Unternehmen leitet und bestimmt bereits die erste Million auf dem Konto hat, dem seine Arbeit, mit der er auch ethisch sehr gut leben kann, große Freude macht, der eine tolle Frau, ein Haus und äußerst gelungene Kinder hat, der früher immer doch etwas spöttisch auf die brotlosen Geisteswissenschaftler geschaut hat, der in der Vergangenheit häufig fassungslos über das war, was ich so abgelassen habe und das aus gutem Grund, dieser Freund hat mir doch tatsächlich gesagt, dass er bewundert, mit welchen gelebten Idealen und Grundsätzen ich meinen Weg gehe! Dass das gegenüber seiner Art zu leben noch ne Schippe drauf ist! Und das, obwohl er weder mit Spiritualität, noch mit Verschwörung was am Hut hat! Wowowooow! Das zeigt mir, dass ich mittlerweile offensichtlich weniger falsch mache als früher. So ein unerwarteter Zuspruch macht mich sehr glücklich.
Ich erlebe, wie alles immer besser wird, wenn ich daran arbeite, dass alles immer besser wird. Und es gibt immer noch weitere Potzeniale für Entwicklung. Wir müssen nur dran glauben und etwas dafür tun. Dann bereichern wir ALLES. Und das ohne dass Andere die Kosten tragen müssen.
Nur krank und profan oder doch nicht nur?
Nach wie vor werde ich magisch von TV-Trash angezogen. Nicht mit dem Motiv der Häme, was viele vor die Fernseher treibt, wenn DSDS-Kandidaten sich ein bisserl in die Hose gepullert haben oder Liebeslieder kreischen wie eine Katze in der Brunft. Ich möchte einfach wissen, was die Gesellschaft beschäftigt.
Dieser Tage verbringen ja Leute, die auch schon mal im Fernsehen waren, ihre Zeit im australischen Dschungel, was ja das Trash-Format par Excellence darstellt. Das ist für viele gebildete Leute der Untergang des Abendlandes, aber ist das wirklich so? Ich meine nämlich, dass man an dieser Sendung zum Einen wunderbar erkennen kann, wie Fernsehen funktioniert und wie man auch sehen kann, dass ein neues Bewusstsein mehr und mehr um sich greift.
Kommen wir zunächst dazu, welche Erkenntnisse mit Hilfe des Dschungelcamps über die Natur des Fernsehens gewonnen werden können. Heute habe ich gerade gesehen, dass die Promis, so zumindest in den ersten Dschungelstaffeln, überhaupt nicht im Dschungel waren, sondern auf einem künstlich angelegten Gelände auf einer Farm. Bildern wird ja die höchste Glaubwürdigkeit zugeschrieben. Wie schön, dass man an so einem Beispiel sehen kann, wie mit Bildern getrickst wird. Für George Bush wurde in New Orleans nach Katrina eine ganze Straße gesperrt, wo ihm eine tränenüberströmt ein schauspielendes Mädchen in die Arme gelaufen ist. Habe ich im sehr erhellenden medienkritischen Magazin Zapp gesehen. Und das ist nur ein Beispiel für politische Inszenierung, die oftmals gar nicht als solche wahrgenommen wird, weil doch schließlich die Bilder für sich sprechen.
Weiterhin werden im Dschungelcamp aus 24 Stunden ein paar wenige Minuten zusammengeschnitten, die dann als scheinbare Realität dargestellt werden. Sätze werden aus dem Zusammenhang gerissen, damit es zur Dramaturgie passt. Dies ist die Realität der Medien. Aus einem Interview wird ein plakativer Satz rausgenommen, der breitgetreten und allerorten diskutiert wird. Das ist auch ein Grund, warum die Kernkompetenz von Politikern ist, keinen Satz zu sagen, der ihnen irgendwie auf die Füße fallen kann. Bloß nie die Wahrheit sagen, das könnte tückisch werden und Karrieren zerstören. Im Dschungel bekommen die Kandidaten durch die zusammengeschnittenen Bilder und Sätze genau das Image, das der Sender will. Diejenigen, die einfach fröhlich sind, wie Froonck der Weddingplanner, bekommen keine Sendezeit und fliegen sogleich raus.
Eigentlich kann man doch nichts Gutes an so einem Format finden, oder? Schließlich spricht es in erster Linie die Häme an, die Zuschauer aalen sich im Unglück der Semiprominenten, die Bestrafung doch schließlich verdient hätten. Wir sollen uns an der Angst, dem Unglück und dem Ekel der Kandidaten weiden. Aber,ich wäre nicht ich, wennn ich nicht einen Einwand hätte. Wenn ich nicht sogar hier, wo es ganz dunkel ist, etwas wirklich schönes entdecken würde. Denn soviel Geistigkeit und Spiritualität der Kandidaten hat man selten gesehen. Da wird von Chakren gesprochen, werden Yoga und schamanische Rituale praktiziert und auf dem Kopf stehend meditiert. 8 Millionen Menschen werden Zeuge, wie Rainer Langhans ohne den Hauch einer Regung inmitten von 30000 Kakerlaken meditiert. Ob bewusst oder nicht, werden diese Informationen bei den Zuschauern etwas auslösen. Sie werden vielleicht zum ersten Mal sehen und erleben, dass Meditation offensichtlich etwas ist, was hilft und glücklich macht. Wo leibhaftige Menschen agieren, sind auch wahre Werte wie Wahrhaftigkeit, Rücksicht oder Teamfähigkeit. Und die Emotionen sind zumindest meistens echt. Das ist doch schon mal was! Finde ich besser als gescriptete Laienformate und auch besser als die Tagesschau, die vorgibt, Realität abzubilden, was sie überhaupt nicht tut. Auch dort finden sich lediglich bestimmte Ausschnitte von Realität, auch dort sind inszenierte Auftritte an der Tagesordnung.
Also würde ich zusammenfassend mal ganz frech sagen, dass “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” bei aller Grausamkeit und Häme als Lehrstück für die Funktionsweisen von Medien taugt und dabei auch noch zarte Knospen von Geistigkeit in die Synapsen der Zuschauer pflanzt, die bisher noch nie etwas mit Spiritualität zu tun hatten.
Geliebte Euphoriebremse
Wenn wir in den Spiegel gucken, sehen wir uns selbst. Knallerweisheit, wa? Die Spiegel, von denen ich hier spreche, sind der Partner/Partnerin, Eltern, Verwandte, Freunde oder Situationen, die in unser Leben treten und uns, wenn wir hinsehen, Auskunft über unser Inneres geben. Da wir nicht ständig merken, wie wir wahrgenommen werden, ist es außerordentlich hilfreich, wenn wir offen mit uns konfrontiert werden.
So geschehen bei mir, als ich meiner Frau, die gerade von ihrem anstrengenden Nachtdienst heimgekehrt war, voller Euphorie von meiner kommenden Mauerparkkaraoke-Performance berichtete. Meine euphorischen Berichte über ungelegte Eier sind ihr dabei nicht vollkommen neu. Sie durfte es bereits bei meinen Buchplänen, Drehbuchideen, Internetsendungen undundund erleben. Da nicht alle Pläne bisher in die Tat umgesetzt wurden, gerät sie nicht umgehend in Entzücken, wenn ich ihr mal wieder meine neuesten Ideen unterbreite. Da ich im Mauerpark mein Allerbestes geben möchte, sagte ich ihr, dass ich mir zu meinem Geburtstag Gesangsstunden wünschen würde. Vielleicht auch von meinen Eltern, wogegen sie sich energisch aussprach. Was folgte, war eine Euphoriebremse erster Güte. ,Meine Eltern könnten gekränkt sein, wenn ich sie mit solchen Plänen behelligen würde und sie sei auch gekränkt´, sagte sie. Ich verstand es nicht. Aus welchem Grund könnte es denn wohl andere kränken, wenn ich den Plan schmiede, meine Grenzen auszuloten und FREUDE zu verbreiten? Als die Wogen wieder geglättet waren, erklärte sie mir die Gründe für ihre Gekränktheit und die mögliche meiner Eltern. Diese bezahlten mir schließlich bereits ein Studium, das ich nicht in Arbeit umsetze und hätten mir schon einen von mir gewünschten Gutschein für einen Englischkurs geschenkt, den ich nie eingelöst habe. Recht hat sie. Und Grund zu eigenem Gekränktsein hatte sie auch.
Wenige Tage vorher waren wir bei über das Wochenende bei guten Freunden. In Champagnerlaune erörterte ich dort, dass ich keiner Tätigkeit mehr nachgehen würde, die mir keine FREUDE bereitet. Dass ich keine fremdbestimmte Arbeit mehr ausführen würde. Bis der Spiegel in Person meiner Frau auf den Plan trat, konnte ich daran nichts Schlimmes entdecken. Aber für Andere kann sich das natürlich vollkommen anders darstellen. Meine Frau arbeitet sich den Buckel krum und ich mache nur, worauf ich Bock habe und beschäftige mich damit, nackt in meinem Wohnzimmer zu tanzen und für öffentliches Karaoke zu trainieren. Da würden doch selbst irgendwelche Society-Ladys ins Grübeln kommen. Dabei hat meine Frau vollstes Verständnis, solange ich auch meinen Verpflichtungen nachgehe. Was sie nur nicht möchte ist, dass ich in den Augen Anderer Deutschlands dreistesten Ehemann gebe und auf Kosten meiner Frau meinen Hirngespinsten nachhänge.
Alles eine Sache der Kommunikation. Denn ich habe den unbedingten Wunsch, immer die richtige Worte und die geeignete Art der Vermittlung zu wählen. Vor dem Verstehen steht Verständnis. Natürlich könnte nicht jeder Verständnis dafür haben, dass ich nicht in einem Konzern arbeiten würde, um meine Frau zu entlasten. Wobei ich ihr vollkommen freie Hand für ihre Entscheidungen lasse. Aber wenn ich die richtigen Worte wähle und nicht rüberkomme wie Deutschlands “dreistester Arbeitsloser”, werde ich mehr Verständnis erhalten als wenn ich einfach nicht den richtigen Ton treffe. Um zu sehen, wie wir rüberkommen, kann ein Spiegel eine große Hilfe sein. Ein Spiegel in Form ehrlicher Worte von Menschen, denen wir vertrauen. Und wenn mir so ein Spiegel vorgehalten wird, reagiere ich. Ich schreibe dann demjenigen, der ein falsches Bild von meiner Beziehung zu meiner Frau haben könnte, enschuldige mich und stelle meine Sicht dar. Räume mögliche Urteile aus der Welt, damit ich dieses Kapitel für mich abgeschlossen habe.
Ich werde weiter an mir arbeiten, weiter Ideen haben und weiter Fehler machen, aus denen ich hoffentlich lernen werde. Ich möchte alles, was ich tu, so gut machen, wie es mir möglich ist. Und da ich das große Glück haben, einen vortrefflichen, geliebten und verständnisvollen Spiegel bei mir zu Hause zu haben, bin ich guter Hoffnung, dass ich aus alledem viel lernen werde.
So ist das
- Meinen Gedanken mögen sie widersprechen, mein Gesicht ablehnen, meine Ideen mögen Argwohn erregen, meine LIEBE jedoch wird die HERZEN berühren...
2. Essener Schriftrolle
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