Gestern habe ich eine Schlagzeile unseres Berliner Revolverblattes BZ gelesen, die sehr bezeichnend ist: “Großer Gesundheitsreport - So krank ist Berlin!”
Wenn man sich in unserem “Gesundheitssystem” so umschaut, könnte man zu der Ansicht kommen, dass es defacto ein Krankheitssystem ist. Und ich möchte hier gar nicht zum Rundum-Schulmedizin-Schlag ausholen, denn es ist ja gar nicht alles falsch. Es ist so, dass Operationen Leben retten können. Es ist so, dass Medikamente akut lebensrettend sein können, wenn man beispielsweise an Asthma-Mittel denkt. Diese Methoden lösen zwar niemals die Ursache der Krankheit, aber sie sorgen dafür, dass man erstmal weiterleben kann, um sich dann, eventuell, selbst der Ursache entledigen zu können. Was allerdings kein Auftrag der Schulmedizin darstellt. Im Großen und Ganzen geht es um die Bekämpfung von Krankheitssymptomen. Natürlich sorgen Reha und Nachsorge auch dafür, dass man nach einem schweren Unfall oder einer schweren Krankheit wieder in sein altes Leben zurück kann. Und Krankenkassen unterstützen zum Teil Yoga oder Bewegung, damit sie Geld sparen, weil ihre Mitglieder dann weniger krank werden.
Aber wenn ich mir so anschaue, wie es sich im Krankenhaus so liegt, kann einem wirklich übel werden. Meine Mutter ist gerade an einem solchen Ort, wo man sich sicher sein kann, dass man spätestens hier krank wird, wenn man es nicht schon vorher war. Allerdings sei an dieser Stelle auch der Segen einer solchen Einrichtung erwähnt, weil meine Mutter ohne Operation bestimmt nicht mehr unter uns weilen würde. Was allerdings dann kommt, ist verheerend. Ein Arzt kommt höchstens für 5 Minuten am Tag vorbei, erzählt mit der Empathie eines Serienkillers irgendein medizinisches Fachchinesisch, von dem meine Mutter kein Wort versteht, lässt sie im Unklaren, was überhaupt los ist, man setzt ihr ein Essen vor, das jeder Knastinsasse empört wegschieben würde und das führende Gesprächsthema mit anderen Patienten ist Krankheit. Wie bitte schön, soll man denn da gesund werden? Das “Gesundheitssystem” ist ja mittlerweile die dritthäufigste Todesursache in der “zivilisierten” Welt. So zumindest offizielle Zahlen. Wenn man noch den Umstand dazu nimmt, dass für die verheerenden Auswirkungen von Krebs nach meiner Ansicht überhaupt nur die konventionelle Behandlung nebst Diagnose verantwortlich ist, schnellen die Zahlen der Todesfälle durch Schulmedizin in schwindelerregende Höhen.
Ich finde es absolut plausibel, dass viele Krankheiten überhaupt nur deshalb lebensbedrohlich ist, weil durch ihre Diagnosen Panik im Gehirn erzeugt wird. Das Gehirn beansprucht 90 % unserer gesamten Energie. Wenn wir also in Panik und in Angst geraten, verbrauchen wir die Energie, die wir dringend für den Heilungsprozess benötigen würden. Außerdem identifizieren wir uns vollständig mit der Krankheit, so dass wir ihre schrecklichen Auswirkungen gleich mit erzeugen. Auch hier gibt es natürlich eine Gegenseite, denn für viele Menschen ist es auch durchaus angstlindernd, wenn sie eine Diagnose bekommen. Sie stellen sich ihr kämpferisch und können sie besiegen, weil sie wissen, womit sie es zu tun haben. In der Dualität hat alles zwei Seiten. Wenn wir aber wüssten, dass Krankheit uns gar keine Angst machen müsste, sondern ein wertvoller Hinweis von uns selbst ist, bräuchten wir auch keine Diagnose. So lehne ich auch sämtliche Vorsorgeuntersuchungen kategorisch ab, wo ein eigentlich kerngesunder Mensch gesagt bekommt, dass er todkrank ist, was er dann auch in genau diesem Moment wird. Studien sagen dann lediglich, dass kleine Tumore besser zu behandeln sind als große, aber die Studien können sich nur darauf beziehen, was NACH Diagnose geschieht. Niemand kann sagen, was passiert wäre, wenn der jeweilige Patient gar keine Diagnose bekommen hätte. Vielleicht haben wir andauernd Tumore, die kommen und gehen oder die zwar nicht ideal, aber doch nicht lebensbedrohlich sind. Und vielleicht stirbt man ja generell dann, wenn der Zeitpunkt einfach da ist.
Ich will nicht mal eben die ganze Schulmedizin abschaffen. Ich hätte es aber gerne, wenn Krankenhäuser ganzheitlich arbeiten, also viele verschiedene Methoden miteinander verknüpfen würden, was ja sporadisch bereits geschieht. In der Akutbehandlung ist Schulmedizin derzeit alternativlos und ein Segen. Wer einen akuten Blinddarm eines nicht bewussten Menschen mit Handauflegen heilen will, wird vermutlich keinen Erfolg haben. Wir sollten aber Gesundheitshäuser haben, in denen man tatsächlich gesund wird. Dazu gehört unbedingt Vertrauen, was durch Gespräche erzeugt wird, die im Moment so gut wie gar nicht geführt werden können, weil viel zu wenig Ärzte da sind, weil Krankenhäuser Unternehmen sind, die sich rentieren müssen. Und da sie nicht nach erfolgreicher Behandlung bezahlt werden, sondern nach der Anzahl der Kranken, der Untersuchungen, der Operationen usw, ist es für Verwaltungen unerheblich, ob die Patienten wirklich gesund werden. Da kann das Essen doch einfach der hinterletzte, krankmachende Industriedreck sein, ist halt billig. Kostenreduzierung ist entscheidend.
Unser heutiges System macht mehr krank als gesund. Wo viele Ärzte, da viel Krankheit. Wir sollten dennoch die positiven Aspekte der Schulmedizin, die es ohne Zweifel gibt, nicht über Bord werfen. Aber Ärzte müssten unbedingt für das Wunder des Placebo/Selbstheilung sensibilisiert werden. Sie müssten im Patientenumgang geschult werden, was einen der wichtigsten Aspekte für Heilung darstellt. Sie sollten Wegbereiter von Gesundheit sein und keine Krankheitskiller. Der Fokus, die Motivation, muss immer Gesundheit im Sinne von Wohlbefinden sein. Dafür muss alles getan werden. Echte Gesundheit muss in der Schule als Unterrichtsfach beginnen und sich durch das Leben ziehen. Krankheit muss als Hinweisschild wahrgenommen werden, dass wir etwas verändern müssen.
Wahre Heilung kommt immer von uns selbst. Es können uns katalysatorisch Medikamente helfen, es können uns Operationen helfen, es können uns vertrauensvolle Ärzte helfen, aber heilen tun wir uns immer selbst. Und wenn dieser Umstand Allgemeingut wird, kann vielleicht auch mal eine Schlagzeile lauten: “So gesund ist Berlin”.




