Das Wirtschaftssystem ist auf Konkurrenz und Gier gebaut. Schon in der Schule werden Kinder und Jugendliche auf das Leistungs- und Konkurrenzprinzip eingeschworen. So ist es nun mal, denken die Meisten und halten Hierarchien und Konkurrenz für das einzig mögliche Mittel zur Organisation von Arbeit.

Dabei geht ein Großteil unserer Energie bei der Arbeit dafür drauf, uns gegen andere Mitarbeiter oder Abteilungen zu behaupten, darum, Anderen wichtige Informationen vorzuenthalten, darum, egoistisch zu sein, nur auf die eigene Karriere zu schielen und alles dafür zu tun. Dieser Konkurrenzdruck macht uns krank. Es geht immer weniger darum, seine Talente für eine gute Sache einzusetzen und noch weniger geht es darum, bei der Arbeit FREUDE zu haben. So heißt es auch immer “Ich muss zur Arbeit” statt “Ich darf zur Arbeit”. Aber muss das so sein? Na klar, wir können auch das tun, was wir möchten, wie ich es auch als Herr Freude tue, aber könnten wir es nicht vielleicht auch in einem großen Unternehmen?

Auf so einen Fall auf der Homepage der Zeitschrift “Sein” gestoßen. Dort wird von dem brasilianischen Unternehmen Semco mit stattlichen 3000 Mitarbeitern berichtet, das einen völlig neuen Weg geht. Es gibt so gut wie keine Hierarchien, keine festen Arbeitszeiten, keinen Kontrollwahn, keine Personabteilung, die Mitarbeiter stellen selbst neue Mitarbeiter ein, es gibt keine Arbeitstitel, sämtliche Meetings sind freiwillig. Dieses Unternehmen richtet sich nicht nach dem völlig veralteten Decarte´schen Weltbild einer Maschine, in der die Menschen bloß die Rädchen im Getriebe sind, sondern es versteht sich als Gemeinschaftsprojekt, in dem jeder Mitarbeiter Mitschöpfer ist, in dem jeder ein wichtiger Teil des Ganzen ist. In dem Artikel in der “Sein” heißt es:

“Das Rezept ist einfach: Behandele deine Mitarbeiter wie Erwachsene, dann verhalten sie sich auch so. Je mehr Freiheiten du ihnen gibst, desto produktiver, zufriedener und innovativer werden sie. Ein Unternehmen besteht aus erwachsenen gleichberechtigten Menschen, nicht aus Arbeitskräften. Jeder hat das Recht, sich frei zu entfalten und eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden. Entgegen allem, was man aktuell zu glauben scheint, machen Druck und Stress Menschen nicht produktiv, sondern ganz einfach nur kaputt. Und dabei verliert das Unternehmen letztlich genauso wie der Mensch.”

Ja, so einfach ist das. Wenn wir uns frei entfalten können, wenn wir von den auferlegten Fesseln alten Denkens befreit werden, werden wir ganz anders arbeiten. Wenn wir eigenverantwortlich sind und dabei mit Anderen und ihren Talenten koorperieren, werden wir FREUDE an der Arbeit haben. Und dann werden auch die Früchte der Arbeit andere sein. Übrigens geht es der Firma Semco wirtschaftlich blendend. So kann es sein…