Am Wochenende hatte ich eine Eingebung, die ich nachzumachen nur empfehlen kann. Ich ging in den Wald. Allein. Ließ die Umgebung auf mich wirken. Den Duft. Den weichen Boden. Die Geräusche. Die besondere Schwingung.
Meine Eltern wohnen auf dem Land und ihr Haus grenzt fast direkt an einen Wald. Den ungewöhnlichen Wunsch, allein dorthin gehen zu wollen, konnte ich befreit äußern, weil mein Vater dies jeden Tag macht und einen ordentlichen Haufen Verständnis mitbringen musste. Also ließ ich meine Kinder bei meinen Eltern und trat mit pochendem Herzen vor die Tür. Es hatte gerade geregnet und die Luft roch wie frisch gewaschen. Diese Luft zu atmen war eine Wohltat. Beherzten Schrittes stiefelte ich in den Wald. Und verharrte erstmal. Der Boden unter mir gab sanft meinem Gewicht nach. Wind streichelte die Blätter. Irgendwo raschelte es. Vögel zwitscherten vergnügt. Nur ich und der Wald. Das war´s! Ohne zu denken ging ich weiter. Achtsam und fühlend. Eine gleichermaßen einfache wie großartige Erfahrung.
Als ich schon fast auf dem Rückweg war, ohne auch nur einen Menschen getroffen zu haben, das Land macht´s möglich, bog ich noch in Richtung eines geradezu verwunschenen Tümpels, den ich schon zu Kinderzeiten sehr mochte. Urwüchsig stehen und liegen alte Bäume um den mit Entengrütze überzogenen Teich, auf dem ich zu Kindertagen meine allerersten Schlittschuh-Bahnen zog. Als ich die Bäume sah, wurde ich wie magisch von ihnen angezogen. Auf eine besonders schöne Eiche ging ich zu. Wollte sie berühren, kam aber nicht so recht ran, weil sie von einem dichten Gestrüpp umrankt war. Also ging ich zur Seite und schritt auf einen Baum zu, der geradezu gewöhnlich war. Weder groß noch klein, weder besonders schön noch in anderer Weise außergewöhnlich scheinend. Ich weiß noch nicht mal, was für eine Sorte es war. Ich glaube, irgendeine Eschen-Art. Trotzdem ging ich auf ihn zu - und berührte seinen Stamm mit beiden Händen. Allein der Gedanke daran lässt mir wieder Tränen in die Augen steigen. Ich spürte eine wunderschöne Schwingung, verschmolz vollkommen mit dem Baum, spürte seine KRAFT, seine WEISHEIT. Ich weinte. Vor Glück und Ehrfurcht. Senkte meinen Kopf voller DEMUT. Ohne mich klein zu machen, sondern um dem Baum meine DEMUT und meinen RESPEKT zu zeigen. Der Baum verschwamm vor meinen Augen. Wirkte lebendig, wie ein Wesen. Klingt wie ein LSD-Trip, passiert aber vielleicht einfach, wenn man sich darauf einlässt. Ich verharrte noch einige wunderschöne Zeit in dieser intimen Situation mit dem Baum, bevor ich mich bei ihm für diese erhebende Erfahrung bedankte und mich glückselig auf den Rückweg machte.
Wow, wie simpel, einfach Hände an einen Baum legen und nichts denken, und dann so eine Erfahrung! Was ich da spürte, diese immense LEBENSKRAFT, lehrte mich, die Natur, die Pflanzen- und Tierwelt noch respektvoller zu behandeln, als ich es ohnehin schon tat. Wir können so viel von der Natur lernen. Mit ihrer unbändigen LEBENSKRAFT, die selbst zarte Triebe durch Asphalt stoßen lässt, können wir uns in den Kommunionen der Essener verbinden. Kann ich wirklich nur empfehlen. Hier findest Du, wie Du sie anwenden kannst.




