Vor wenigen Tagen stellte eine gute Freundin auf facebook eine sehr kluge Frage, nämlich die, worum es im Leben eigentlich geht : Das Leben im Griff zu haben oder loszulassen? Scheint ja erstmal ein Paradox zu sein. Entweder das eine oder andere, könnte man denken. Aber vieles von dem, was wahrhaftig ist, ist auch paradox!

Und so bedingen sich im Griff haben und loslassen gegenseitig. Zunächst mal, muss man sich schon gehörig im Griff haben, um überhaupt loslassen zu können. Den meisten Menschen fällt loslassen schwer oder es ist sogar ein Ding der Unmöglichkeit für sie. Sie klammern sich an Menschen, Regeln, Dogmen, Dinge, Ängste oder Muster. Dieses Klammern führt dazu, dass sie rein gar nichts im Griff haben, sondern sich genau von dem, woran sie sich klammern, beherrschen lassen. Wir sind dann nicht unser eigener Herr, sondern werden durch das Leben geschubst. Wenn wir aber loslassen, werden wir merken, dass wir das Leben viel mehr im Griff haben. Es ist dabei nicht so, dass wir immer genau wissen, was kommen wird. Das Leben im Griff zu haben, heißt nicht, dass wir zu Kontrollfreaks werden sollen.

Als mein Leben vor kurzem ziemlich turbulent war, dachte ich, dass einfach die Menschen in meiner Umgebung machen sollten, was ich denke und tadadadaaaa, wird alles gut. Aber so einfach ist das nicht. Ich finde es zwar ganz hervorragend, Idealvorstellungen von seinem Leben zu haben, aber um diesen Vorstellungen den Eintritt ins Leben zu gewähren, müssen wir den Gedanken loslassen, zu stark im Vorhinein darauf einwirken zu können. Und ich merke, dass, je mehr ich davon ablasse, aktiv einwirken zu wollen, sich alles auf magische Weise fügt. Das haben wir absolut im Griff. Wir müssen dem Leben, das wir für uns auserkoren haben, einfach vertrauen, uns überraschen lassen und immer dann handeln, wenn es Handlungsbedarf gibt. Wir sollten lernen, mit unseren Werkzeugen für das Leben umzugehen. Dann haben wir es auch im Griff, auch wenn wir keinen Schimmer haben, wo es hingehen wird. Wir entdecken unbekanntes Land, da kann man sich nicht auf alles im Vorhinein einstellen.

Ein paar Dinge sollten wir aber tun: LIEBEN, VERTRAUEN, GLAUBEN! Wenn wir uns als Kinder GOTTES fühlen, auch Du bist eines und diesen Umstand wirklich wirklich verinnerlicht haben, kann kommen was will. Hey, wir sind die Kinder von ALLEM WAS IST! Geborgener und beschützter geht es nicht. Nur wenn wir uns an irgendwelche dämlichen Dogmen oder Vorstellungen klammern, wenn wir ein Selbstbild haben, dass wir dieses und jenes nicht erreichen können, dann stehen wir dem Lebensplan im Wege.

Ich bin ein Fan davon, zumindest einiges von meinem Lebensplan vorzufühlen und zu denken. Allerdings geschieht das immer, NACHDEM ich losgelassen habe, also in gelungenen Medititionen. Ich erhalte dann Zugang zur Inspiration, was ganz herrlich ist. Nicht jeden meiner Pläne habe ich umgsetzt. Genau genommen bisher die allerwenigsten. Allerdings fühle ich im Moment, dass die Manifestierung meiner Träume tatsächlich naht. Ich dachte ja, ich gewinne einfach im Lotto und schwupps, verwirkliche ich meine Träume, die natürlich dem GANZEN dienen sollen. Aber vielleicht diente diese Lottogewissheit einfach nur dazu, dass ich überhaupt meine Ideen denken konnte. Viele Menschen gestatten sich ja noch nicht mal utopische Spinnereien, weil sie realistisch sind. Realismus ist die Vorstellung, dass alles so bleibt, wie es im Moment scheint, von Medien, Politik und Wirtschaft vermittelt wird. Aber dem ist nicht so! Wir sollten einfach mal von der behämmerten Sicht loslassen, dass wir ja sowieso nichts verändern können. Natürlich können wir das! Jeder Einzelne!

Es gibt so viele Situationen, die wir vollständig im Griff haben, gerade weil wir sie losgelassen haben. Wir brauchen eine gewisse Übung und dann lassen wir sie einfach geschehen. Für mich zeigt sich dieses Phänomen beim Tanzen, Sport, Kochen oder äußerst gelungenem Sex, Anderen beim Malen, Musik machen oder Wissenschaft. Die wirklich grandiosen Dinge geschehen einfach, nachdem wir losgelassen haben und dem Leben einfach gestatten, zu machen, was es machen möchte. Keine der großen Entdeckungen ist durch Grüblerei entstanden, sondern durch scheinbare Zufälle. Und genau die können wir hervorrufen, wenn wir bewusst loslassen, mit offenen Augen und offenem HERZEN durch die Welt gehen. Es gibt so viel in uns, was sich danach sehnt, losgelassen zu werden, um uns die wahren Wunder unseres Lebens zu offenbaren.

Ich habe den dringenden Verdacht, dass dies JETZT bei mir stattfindet. Dazu habe ich gewisse Vorbereitungen getroffen, ohne allerdings zu wissen, warum. Ich faste gerade den vierten Tag, lasse Vorstellungen los, essen zu müssen, werde so viel aufmerksamer und gehe am Ende der Tage alleine in ein Haus im Wald. YEAAHHH. Warum weiß ich auch gar nicht so genau, aber die Umstände scheinen perfekt zu sein. Meine Kinder werden im Urlaub sein, es gibt eine Sauna, da lässt man ja ordentlich Schweiß und bestimmt allerlei feinstofflich unerfreuliches los, das  Haus ist vollkommen abgeschieden und ich kann machen, was ich will! Nackt Bäume umarmen, mir noch unbekannte Rituale durchführen, meditieren, tönen, laufen, was auch immer. Und das ausgerechnet zur Sommersonnenwende!

JETZT lasse ich alles los, was mich in irgendeiner Form bindet, merke aber gerade auch, dass man verbunden FREI sein kann. Wir beginnen auch in unserer Beziehung bedingungslos zu lieben. Was sollen denn dämliche Beschränkungen? Die haben immer mit Angst zu tun. Kick die Angst aus Deinem Leben! So macht es doch erheblich mehr Spaß. Spaß, ohne den nötigen Ernst zu vergessen. Denn einige Regeln sind natürlich einzuhalten, wie absolut INTEGER zu sein, zu LIEBEN, sich zu disziplinieren, mitfühlend und dennoch kraftvoll zu sein. Aber auf eine sanfte Weise. Um diese zu erreichen, müssen wir loslassen und unseren Impulsen folgen. Dann haben wir unser Leben im Griff! Und erleben die größte FREUDE!!!