Diskussionen führen zu nichts. Halt doch Moment, sie führen doch zu etwas. Sie führen zu Rechthaberei und Streit.

Zu sehr über einen Kamm geschoren? Klar, bisserl schon, aber wie ich am letzten Dienstag erkennen musste, ist das Setting der Diskussion wirklich kaum geeignet, um Lösungen für Probleme zu erhalten. Hast Du schon mal eine politische Diskussion verfolgt, in der die Akteure aufeinander zu gingen, sich gegenseitig inspiriert haben und fruchtbare Lösungen zu drängenden Problemen die Folge waren? Wohl kaum. Diese Art von Gesprächen führen zu Konkurrenz und zu versuchter Bloßstellung des Anderen. Selbst bei Menschen, die höchste Ansprüche an ihre Lebensführung haben und dabei mithelfen mehr LICHT und LIEBE in die Welt zu bringen, lassen sich die Wirkungsweisen der Diskussion beobachten. Bei MARYAM sollten Möglichkeiten erarbeitet werden, wie LICHT und LIEBE gelehrt werden kann, ohne sich dabei finanziell zu ruinieren und trotzdem höchste INTEGRITÄT zu wahren. Das ist sowieso schon keine leichte Aufgabe, aber eine noch schwerere, wenn die Diskussion irgendwann dazu führt, dass Manche durch viel Emotion und Engagement lauter werden, was andere stört und was sie sowieso schon seit langem stört, wie sie anschließend ausführen. Dem stimmen auch andere zu, was sofort den Fokus von Lösungen für das ursprüngliche Problem auf zwischenmenschliches Miteinander verschiebt. Das muss ja nicht generell schlecht sein, hilft aber der ursprünglichen Problemstellung kein Bisschen. Ich konnte beobachten, dass selbst in sich ruhende, weise Menschen zu genervten Hitzköpfen werden, wenn es darum geht, seine Position verteidigen zu wollen. Und da nehme ich wirklich keinen Menschen heraus.

Auch ich merkte in der Vergangenheit oft, dass Diskussionen über den elften September, der Theorie des menschengemachten Klimawandels oder über die Ursachen von Krankheiten so gut wie nie in gegenseitiger Inspiration, sondern fast immer in fruchtlosem Streit enden. Wenn ich heute merke, dass sich ein Gespräch in Richtung Diskussion entwickelt und ich in der Lage bin, aus dieser Situation herauszufinden, dann tue ich das. Ich habe mir vorgenommen, immer in ruhiger Form darauf hinzuweisen, dass ich nur meine Ansicht mitteile, die andere aber nicht teilen müssen. Es gelingt glücklicherweise häufiger als früher. Wenn mein Gegenüber keinerlei Offenheit zu diesen Themenbereichen mitbringt, spreche ich gar nicht darüber. Da viele meiner Freunde gegenüber diesen alternativen Sichtweisen nicht offen sind, vermeide ich es, mich darüber zu unterhalten. Neulich kam ich mal in den Genuss zu sehen, wie meine Frau, die nie Fan dieser Art von Gesprächen war und mich in der Vergangenheit oft (meist berechtigtermaßen) gerügt hat, von einer Doku über den 11. September, über 9/11 Mysteries erzählen wollte. Sie ist nun wirklich gänzlich unverdächtig eine wilde Theoretikerin zu sein, aber trotzdem führte das Thema sofort zu Spannungen und Abwehr. Es ist dann völlig egal welche Argumente gebracht werden, es geht dann lediglich darum, sein Weltbild zu verteidigen. Ich lenkte schnell vom Thema ab. Zu sehr kannte ich diesen Verlauf, aber erstmals war ich nicht der Verursacher, sondern konnte von Außen einwirken.

Diskussionen führen selten zu Lösungen. Debatten führen nie zu Lösungen. Neulich habe ich aus Insiderkreisen gehört, wie politische Gesetze verabschiedet werden. Ein vorher genau instruierter Experte kommt, sagt, das ist alles gut so, wie es in den nicht lesbaren, 1000 Seiten steht, die Abgeordneten glauben das und stimmen zu. So werden Entscheidungen getroffen, nicht durch Debatten und Diskussionen. Die haben bestenfalls faule Kompromisse zur Folge, weil jeder Recht haben und seine Interessen durchsetzen will.

Also, lasst uns doch einfach gegenseitig zuhören, Gespräche führen, Lösungen finden. Jeder hat auf seine Art Recht. Es geht nicht darum, anderen dieses Recht abzusprechen, sondern von anderen Meinungen zu profitieren und sie in sein Leben miteinzubeziehen. Anderen zuzuhören und zu erkennen, dass sich aus der Sicht des Anderen die Dinge so darstellen, wie sie sich darstellen, ist ein fruchtbaren Lernprozess. So erweitern wir unsere Sicht der Dinge. Diskutare heißt übrigens übersetzt zerstückeln. Ich denke das sagt viel über den möglichen Erkenntnisgewinn aus.