Wahlen sind für mich weitgehend uninteressant geworden. In der repräsentativen Demokratie ist es ein wenig so, als wenn es nur noch Bonbons zu essen gäbe und wir dann die Wahl hätten, welche gesundheitsgefährdende Sorte wir denn wählen möchten. Am Wochenende stand aber endlich eine andere, eine echte Wahl an, nämlich der Volksentscheid zur Offenlegung der geheimen Wasserverträge. Es war der erste Volksentscheid in Berlin, der nicht von einer Lobbygruppe; der erste, der nicht mit Unsummen von Geld; der erste, der mit einer reinen Motivation geführt wurde. Und das Beste daran: Es war der erste, der erfolgreich war!!!

Am Glücklichsten bin ich über die vielen positiven Zeichen, die dieser erfolgreiche Volksentscheid zu Tage förderte. Die Menschen wollen Transparenz. Sie interessieren sich. Sie setzen sich für die Gerechtigkeit ein. Die Politik und die Wirtschaft werden mit Schrecken feststellen, dass es in Zukunft schwieriger sein wird, die Menschen übers Ohr zu hauen. Sie werden hinnehmen müssen, dass es in Zeiten von facebook und Co auch mit bescheidenen finanziellen Mitteln möglich sein wird, die Gesellschaft zu mobilisieren.

Der Volksentscheid war ein wirklich hervorragendes Zeichen. Über 660000 engagierte Menschen haben sich aufgemacht, um ihre Stimme für Transparenz, Wahrhaftigkeit und Klarheit abzugeben. Und das, obwohl nur vereinzelt Hinweis-Plakate hingen, weil so wenig Geld für die Kampagne zur Verfügung stand. Mein Berlin hat mich glücklich gemacht. Danke!