“Da hätte ja sonstwas passieren können”, höre ich angsterfüllt. “Ist doch aber nichts passiert, ich habe nun mal Vertrauen”, erwidere ich. Manche werfen mir Sorglosigkeit vor, weil ich keine Zukunftssorgen und keine Angst um meine Kinder habe, alleine keinerlei Altersvorsorgen treffen und keinerlei Versicherungen abschließen würde, weil diese Vorkehrungen alleine auf Angst beruhen. Nur, dass ich mir keine Krankenversicherung wünschen würde, kriege ich familienintern nicht durchgesetzt. Ich würde es ja großartig finden, mir das Signal zu geben, dass ich sicher davon ausgehe, dass ich mein Leben dahingehend im Griff habe, dass mir nichts Schlimmes passiert.  Aber mit einer Ärztin als Frau lässt sich dieser Plan nicht umsetzen.

Wie gesagt, so etwas würden sicher viele als grob fahrlässig ansehen, ebenso wie meine gestrige Entscheidung, meinen 7-jährigen Sohn alleine Rollschuh-Laufen gehen zu lassen, wie er es ich gewünscht hat. ,Aber er hätte doch stürzen können und was wäre dann passiert?´ Hätte? Hätte liegt im Bette, kann ich da nur sagen. Mit nachträglichen Befürchungen kann ich noch weniger anfangen als mit vorgelagerten.

Eines der Themen, das für mein Leben und sicher auch für das Anderer prägend ist, ist die Angst. Sinnvoll sei sie, sagen viele. Schließlich würden wir sonst gefährliche, lebensbedrohliche Dinge tun, von denen uns lediglich die Angst abhalten würde. Das sehe ich anders. Ich brauche keine Angst, um nicht einfach auf eine viel befahrene Straße zu rennen oder von einem Hochhaus zu springen. Ich brauche das Bewusstsein, das mir sagt, dass es nicht sinnvoll ist, dies nicht zu tun. Ich brauche Aufmerksamkeit, um nicht in Situationen zu geraten, die nicht gesund für mich sind. Aber Angst, diese unangenehme Begleiterscheinung, brauche ich nicht.

Vor einiger Zeit dachte ich, annährend angstfrei zu sein. Schließlich habe ich keine Angst vor dem Tod, keine Zukunftssorgen, und Sorgen im Allgemeinen kenne ich kaum. Ich musste jedoch feststellen, dass ich noch massenhaft Ängste in mir trage und diese erlöst werden wollen. So habe ich Ängste in akuten Situationen, wie etwa als Beifahrer in engen Serpentinenstraßen. Also habe ich Angst vor Enge und mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten des jeweiligen Fahrers. Außerdem habe ich Angst vor Bedrohung, sei es durch betrunkene Schlägertypen oder durch maulkorblose Kampfhunde, habe Angst meinen Körper fallen zu lassen, habe Angst vor Wasser, habe Angst vor Höhe und Kontrollverlust, habe Schamgefühle, Angst vor Bloßstellung oder falsch gewählten Worten und Taten. Das verläuft alles in Bahnen, die niemand als bedenklich einstufen würde, aber ich habe das Ziel, diese Ängste, von denen noch viele in mir wohnen, aufzulösen.  Mich von ihnen zu befreien, jenseits der Angst zu leben. Angst ist das Haupt-Mittel, um Menschen dazu zu bewegen, Freiheiten aufzugeben. Das Haupt-Mittel Menschen zu kontrollieren. Angst lässt uns in einem engen Frequenzgefängnis leben. Sie hält uns davon ab, FREI zu sein. Sie lässt uns glauben, dass wir nicht wertvoll sind, dass wir unser Leben nicht eigenverantwortlich leben können.

Mir sagte vor Jahren mal ein etwas entrückter Typ bei einem spirituellen Treffen, dass eine zentrale Aufgabe meines Lebens sei, mein drittes Auge, mein Stirnchakra zu reinigen. Eine andere Frau sagte mir mal zu meiner Verwunderung, dass in mir noch massenweise Ängste stecken würden. Jetzt merke ich das auch. Immer bevor ich schlafe, arbeite ich mit LICHT und LIEBE daran, diese Ängste aufzulösen. Und, auch wenn es für den einen oder anderen Leser ein wenig schräg klingen mag, es lösen sich riesige Angstwolken, wie Teer tropft zähflüssig Angst aus meiner Stirn und bewegt sich langsam gen Füßen zum LICHT hin. Ein sehr bewegendes Erlebnis kann ich sagen.

Früher dachte ich, Angst sei so sinnvoll wie Kropf. Das heißt aber nicht, dass wir Ängste negieren sollten. Sämtliche Ängste, die wir in unserem Leben erlebt hatten, sind noch da. Wir müssen uns ihnen aktiv zuwenden, damit wir sie auflösen können. Wir müssen und dürfen an ihnen wachsen. So sind sie doch noch zu etwas gut. Und wenn wir dies erkannt haben, können wir sie aber auch getrost loslassen.