Zurück aus dem Urlaub bin ich frisch und erholt, um Dich endlich wieder mit Berichten zu erfreuen (oder auch zu verärgern ; )

Ein Urlaub zeichnet sich ja neben schönen Orten, Erlebnissen und Erfahrungen auch dadurch aus, dass durch den Umstand des tagelangen Aufeinanderhockens Themen und Streitigkeiten zu Tage befördert werden, die unbedingt genauer angesehen werden möchten. So ein Streit ist natürlich für alle Beteiligten in dem Moment außerordentlich nervig, gerade deshalb, weil ja jeder Urlaubstag sehr kostbar ist und nicht verschwendet werden sollte, aber rückblickend stellt er sich doch als Segen heraus.

Der Streit von mir und meiner Frau offenbarte mir ein Problem, das ich unbedingt bewältigen muss. Zunächst ist nie damit geholfen, die Schuld beim Anderen zu suchen, auch wenn es in dem Moment des Streits natürlich sehr verlockend ist. Und unter uns: Natürlich hatte ich Recht ; ) Nee nee. Dieser Streit offenbarte mir wie schon gesagt ein Problem, dass ICH habe. Und zwar, dass ich mich von dem Umstand bedroht fühle, wenn Andere großen Wert auf Risikominimierung legen und anderenfalls Angst hätten. Aber ich erzähle Dir dat Janze mal so, dass Du es auch nachvollziehen kannst.

Vieles in unserer Gesellschaft ist ja dadurch geprägt, dass Sicherheit zu erzielen versucht wird, indem wir uns absichern. Mit Versicherungen, Fahrradhelmen, Impfungen, Airbags, Sicherheitskontrollen und und und. Unterfüttert wird das Ganze dann mit Statistiken. Total wichtig alles und vor allem völlig unverantwortlich, wenn man sich nicht an die Sicherheitshinweise hält. So wird es suggeriert. Und genau dieser Umstand geht mir (bisher) total auf den Keks. Ich empfinde es (noch) als Beleidigung für meine innere, gottgegebene Sicherheit. Genau um diesen Umstand weiß natürlich meine Frau. Und so hatte sie schon mächtig Schiss in der Buchse, als sie mir eröffnete, dass sie für unsere Kinder auf Sitzerhöhungen bestehen muss, was ich natürlich dämlich finden würde und so genau die Reaktion hervorrief, dass ich es dämlich und ärgerlich fand. Genauer gesagt fand ich den Umstand nervig, dass irgendwelche Sitzerhöhungen die allerhöchste Prioriät darstellten. Wir hatten unsere auf dem Flughafenband vergessen und ich dachte, na ja, wenn wir neue stressfrei finden, ok, wenn nicht auch ok. Die Sitzerhöhungen waren also weg, meine Frau wollte neue und dafür im schlimmsten Falle wertvolle Urlaubstage sitzerhöhungssuchend durch Mailand ziehen und ich hatte da aber mal so gar keinen Bock drauf. Ich glaube nach wie vor nicht, dass so etwas wie Sitzerhöhungen irgendeinen Einfluss darauf haben, ob Kindern etwas Schlimmes passiert oder nicht, aber gut. Ich ärgerte mich darüber, dass so etwas Anderen so wichtig und sogar das Allerwichtigste ist. Sowieso ärgere ich mich (noch) immer sehr, wenn andere so anstrengend ängstlich sind und mich damit runterziehen. Und genau da liegt MEIN Problem. Warum um alles in der Welt ärgere ich mich denn, wenn Andere Angst haben? Natürlich ist Angst der entscheidende Faktor, um Menschen kontrollieren zu können und neben Wut für so ziemlich jedes Übel verantwortlich, aber warum ärgere ich mich so darüber, wenn Andere ein besseres Gefühl haben, wenn sie sich absichern?

Eigentlich egal, warum es so (bisher) ist, auf jeden Fall werde ich genau das in mir beseitigen. Kann doch jeder fühlen, wie er möchte, ich müsste doch MITGEFÜHL dafür entwickeln, dass Andere weniger Angst haben, wenn sie sich abgesichert fühlen. Also habe ich die letzten Abende im Bett damit verbracht, genau diesen Umstand zu LIEBEN und somit zu beseitigen. Und ich bin allerbester Hoffnung, dass es klappt. Denn früher fühlte ich mich auch bedroht, wenn Andere (die mich ja spiegeln) an die offizielle 11. September Version oder nicht an GOTT glaubten, was jetzt nicht mehr so ist. Ich kann mir tatsächlich vollkommen entspannt jede nur erdenkliche Meinung anhören, ohne dass ich mich ärgere. Und genau so wird es in Zukunft mit der Risikominimierung sein. Hurra!!!