Es gibt kosmische Prinzipien, die sich mit der nötigen Aufmerksamkeit immer wieder beobachten lassen. Eines dieser Prinzipien ist “Innen wie Außen”, was ich letzte Woche erleben durfte. Natürlich passiert es mir auch, dass ich schlecht gelaunt bin, was ebenfalls zu sofortiger Ensprechung in der Außenwelt führt, der dann gerne mal der schwarze Peter zugeschrieben wird. Wir bekommen unser Innen im Außen gespiegelt.

Von einem weiteren Prinzip wollte ich eigentlich schon längst mal schreiben. Und zwar vom “Geben und Nehmen”, oder wie ich schöner finde vom “Geben und Annehmen”.

Ich helfe gern. Zumindest meistens. Schleppe bei Umzügen, korrigiere Diplomarbeiten, passe auf Kinder auf, renoviere so gut ich kann, biete Gästen gern gute Sachen an, habe immer ein offenes Ohr, trage schwere Einkäufe nach oben, führe Blinde über die Straße, knüpfe Verbindungen und öffne Türen. Diese Dinge sind für mich selbstverständlich, solange ich die nötige Zeit und die Möglichkeiten dafür habe und nicht Anderes zu stark darunter leidet. Wichtig ist dabei, dass man es nicht tut, weil man sich dadurch Anerkennung oder irgendeinen anderen Liebesersatz erwartet, sondern wenn möglich ohne Erwartung und aus reinem Herzen.

Ich erwartete mir tatsächlich nichts davon. Allerdings kann ich auch nicht gut ablehnen, wenn mich jemand um etwas bittet. Das muss ich manchmal noch lernen. So, und jetzt verhält es sich in der spirituellen Theorie so, dass man auch wieder etwas bekommt, wenn man vorher gegeben hat. Ein harmonisches Ausgleichsprinzip. Und genau das sollte ich vor Entstehung dieses Blogs erleben:

Ich feierte das traditionelle Osterfeuer auf dem Grundstück der Eltern eines Freundes, das bei ihnen jedes Jahr stattfindet. Dort traf einen Schulfreund, den ich in den letzten fünfzehn Jahren zuvor ganze ein, zwei  Mal gesehen hatte. Wir unterhielten uns nett, er schien Visionär zu sein und führt ein Internet-Auktions-Unternehmen namens gimahhot. Als wir darüber sprachen, dass ich vorhabe, mich über Spiritualität zu äußern, riet er mir zu einem Blog, den er für mich bauen wollte. Mehrfach fragte ich nach. Das könne doch nicht sein, er arbeite doch 70 Stunden die Woche und wir hätten uns schließlich ewig nicht gesehen. Seine Antwort blieb die Selbe, ebenso wie mein Unverständnis das Selbe blieb. Im Geben bin ich besser als im Annehmen.

Am nächsten Tag zerbrach ich mir den Kopf. Ich dachte darüber nach, was er wohl für ein Motiv haben könnte, mir einen Blog bauen zu wollen. Bestimmt hätte er wirtschaftliche Interessen, dachte ich. Stutzig machten mich auch seine Ausführungen über das Beamen, die bei mir den Eindruck hinterließen, dass er mich vielleicht doch verarschen wollte, hat er schließlich früher auch immer gern bei Anderen gemacht und ich hätte es durch Bier vernebelt und durch zu viel Gutgläubigkeit einfach nicht gemerkt. Die anschließende E-Mail gab Aufschluss. Ich machte mich mit meinen Bedenken fürchterlich zum Horst. Mein Argwohn war völlig unbegründet. Es war keinerlei Geflunker im Spiel. Seine Motive waren rein. Asche auf mein Haupt. Henning baute mir in den nächsten Wochen diesen Blog, beantwortete jede meiner vielen E-Mails, veränderte, richtete und trug ein. Ich war immer wieder aufs Neue fassungslos, was für ein Glück ich hatte. Er verlangte nichts. Es sei ein Hobby von ihm, Blogs zu bauen und den Anfangsprozess mitzuerleben, sagte er.

Und was geschah neulich, als ich jemanden suchte, der mir die Internetseite zu Herrn Freude nicht allzu kostenintensiv gestalten würde? Im Traum dachte ich nicht daran, Henning mit dem Bau zu behelligen, richtete aber im Vorfeld einige Fragen an ihn. Schließlich stellte ich ihm wohl eine recht Umständliche, wie ich irgendwas vielleicht schon mal selbst machen könnte und wie antwortete er? Er schrieb, dass er dachte, er mache das einfach wieder alles. Ich wolle doch schließlich den gleichen Aufbau wie auf dieser Seite, das ginge doch ganz schnell, ich solle ihm einfach meine Vorstellungen und Inhalte schicken und er würde mir die E-Mail-Adresse einrichten, mich bei Webdiensten anmelden, Werbung schalten und eins fix drei die Seite bauen. Und das bei einer fast 70 Stunden Woche! Tja, Herr Freude ist online, ich kann mein Glück kaum fassen und bin wieder einmal von einem kosmischen Prinzip überzeugt worden. Geben und Annehmen.

Und jetzt korrigiere ich mal weiter die Diplomarbeit einer Freundin. Schließlich muss alles in Harmonie sein.