Wer Krieg als Mittel der Problemlösung ablehnt, gilt als naiv. Und das umso mehr, wenn der oder diejenige, die dieses Mittel ablehnen, nicht dem System der Politik angehören. Wie die evangelische Bischöfin Käßmann, ja die gerade trunken Gefahrene, die vollkommen berechtigt über die Unsinnigkeit des Afghanistan-Krieges predigte. Völlig naiv riefen sofort einige. Schließlich habe doch der Präzedenzfall 2. Weltkrieg gezeigt, also als Deutschland von Hitler befreit wurde, dass es sinnvolle Kriege gäbe. Dass Hitler überhaupt erst durch die Unterstützung amerikanischer Banken in seine unheilvolle Position gehievt wurde, lassen wir mal außen vor.
Es ist mittlerweile Konsens, dass es sinnvolle Kriege gäbe. Anders ließen sich nun mal die fiesen Diktatoren dieser Erde nicht in ihre Schranken weisen. Krieg sei eigentlich Frieden. Wenn wir aber mal alles, was wir über Kriege gelernt haben, außen vor lassen würden, ließe sich ganz urteilsfrei feststellen, dass eigentlich immer nur Krieg von Seiten der sogenannten freien Welt geführt werden. Und was zeichnet die “freie Welt” aus? Ihre Wirtschaftsform ist der Kapitalismus!
Und dieser braucht den Krieg. Ja, es ist tatsächlich so. Da durch das exponentielle Schuldenwachstum durch den Zins immer mehr Staaten und Menschen Schulden haben und diese so nicht mehr anständig konsumieren können, muss irgendwann das Sachkapital zerstört werden, um wieder von Neuem anzufangen. Erstmal wird ordentlich Kriegmaschienerie gekauft, weil neue Schulden erzeugt werden müssen, um den Anschein zu erwecken, dass es einen Aufschwung gibt. Dann müssen massenhaft Sachwerte zerstört werden, damit diese anschließend wieder angeschafft und aufgebaut werden müssen. Aus diesem Grund treten große Kriege immer dann auf, wenn die Wirtschaft völlig am Boden ist. Kriege dienen dazu, den zerstörerischen Kapitalismus und das betrügerische Finanzsystem am Leben zu halten.
Natürlich gibt es noch eine weitere, feinstoffliche Komponente. Wenn wir andere als Feinde sehen, wenn wir kleine Kriege in unseren Familien und mit unseren Nachbarn führen, dann speisen wir dieses in den Äther oder das kollektive Bewusstsein ein. Eine universelle Regel lautet “Klein wie Groß”. Alles, was im Kleinen Bestand hat, bekommt eine Entsprechung im Großen. Da die meisten Menschen außerdem andauernd lügen, können wir dieses auch immer vor Kriegen beobachten. Kriege beginnen immer mit einer Lüge.
Die meisten Menschen akzeptieren Kriege, weil ihnen eingeimpft wird, dass sie in der Natur des Menschen liegen. Ich weiß noch, wie ich vor Jahren einen Kriegs-Journalisten fragte, ob er denke, dass wir irgendwann mit Kriegen aufhören könnten. Er verneinte mit dem Hinweis, dass es immer Kriege gegeben hätte und dass es in der Natur des Menschen liege. Also, in meiner nicht. Und ich sehe um mich herum, dass es ohne die propagandistischen Horrorszenarios der Nachrichten keine Zustimmung für Kriege geben würde. Wenn wir uns klar machen, dass die einzige Bedrohung der Welt der Krieg selbst ist, federführend begangen von Staaten wie den USA, Großbritannien und Israel, dann könnte die Zustimmung schwinden. Und wenn wir bei uns anfangen, bei einer Vision für den Frieden, bei einer Vision von Frieden in uns und um uns herum, dann werden wir wirklich FRIEDEN leben.




