Gerade bin ich mit meiner Herr Freude-Seite beschäftigt, so dass dieser Blog gerade ein wenig zu kurz kommt. Ich wollte über Erziehung schreiben, weil ich es für so wichtig halte, dass man Menschen nicht nach den Vorstellungen der Gesellschaft dessiert, sondern dass man den Grundstein legt, dass sie zu begeisterten und begeisternden Menschen werden. Diesen schönen Text, dessen Quelle ich nachreichen werde, habe ich zu diesem Thema gefunden:

“Der Mensch wird als Same geboren. Er kommt als ein Potential zur Welt, das sich noch nicht verwirklicht hat.
Das ist etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches, denn in der ganzen Existenzwird nur der Mensch als Potential geboren. Jedes andere Tier hat sich bereits verwirklicht.Ein Hund wird als Hund geboren; er bleibt sein Leben lang ein Hund. Ein Löwe wird als Löwe geboren.
Der Mensch jedoch wird nicht als Mensch geboren, sondern bloß als ein Same.
Vielleicht wird ein Mensch daraus, vielleicht auch nicht. Der Mensch hat eine Zukunft.
Kein anderes Tier hat eine Zukunft. Alle Tiere werden mit vollkommenen Instinkten geboren; der Mensch ist als einziges Tier unvollkommen. Deshalb ist Wachstum möglich, deshalb ist eine Evolution möglich.

Erziehung ist eine Brücke zwischen deinem Potential und seiner Verwirklichung.Erziehung hilft dir, das zu werden, was du vorerst nur in Form eines Samens bist.

Dies ist ein Ort der Erziehung. Was in den herkömmlichen Schulen und Universitäten vor sich geht, hat nichts mit Erziehung zu tun. Es bereitet dich nur auf einen guten Job und ein gutes Einkommen vor, es ist keine wirkliche Erziehung. Es gibt dir kein Leben. Vielleicht verhilft es dir zu einem höheren Lebensstandard,
doch ein höherer Lebensstandard bedeutet noch längst nicht ein besseres Leben.

Die so genannte Erziehung, die in der ganzen Welt praktiziert wird, bereitet dich nur darauf vor, dir dein Brot zu verdienen.

Und Jesus sagt:
“Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.”

Aber eure Universitäten lehren dich seit eh und je, wie du auf eine bessere, mühelosere und angenehmere Weise dein Brot verdienst, ohne dich groß anzustrengen.

Das ist eine sehr primitive Form von Erziehung. Sie bereitet dich nicht aufs Leben vor.

Deshalb siehst du so viele Roboter herumlaufen. Sie sind perfekt funktionierende Buchhalter, Steuereinzieher. Sie funktionieren einwandfrei, sie sind qualifiziert, doch wenn du in ihr Innerstes hineinschaust, findest du nur Bettler und sonst gar nichts. Sie haben das Leben noch nicht geschmeckt. Sie wissen nicht, was Leben ist, was LIEBE ist, was LICHT ist.

Sie wissen nichts über das GÖTTLICHE, sie haben nichts vom Duft der Existenz gespürt, sie verstehen nicht zu singen, zu tanzen und das Leben zu feiern.

Gewiss, sie verdienen Geld, sie verdienen mehr als andere. Sie sind sehr geschickt und klettern Sprosse um Sprosse auf der Erfolgsleiter nach oben, doch innerlich bleiben sie leer und arm.

Erziehung soll dich innerlich reich machen. Sie ist nicht nur dazu da, dir mehr Informationen zu vermitteln
- das wäre eine sehr primitive Vorstellung von Erziehung.

Ich nenne sie primitiv, weil sie auf Angst beruht, auf der Vorstellung:
Wenn ich nicht gut genug ausgebildet bin, kann ich nicht überleben. Primitiv auch deshalb, weil sie im Grunde sehr gewalttätig ist, weil sie das Ellbogenprinzip lehrt und dich ehrgeizig macht. Sie bereitet dich bloß auf einen mörderischen Konkurrenzkampf vor, wo jeder der Feind des andern ist.

So ist die Welt zum Irrenhaus geworden. Für Liebe ist da kein Platz. Wie könnte in solch einer gewalttätigen, ehrgeizigen und auf Wettbewerb ausgerichteten Welt, in der jeder dem anderen an die Gurgel fährt, Platz für Liebe sein?

Doch dahinter steckt die elementare Angst, im Überlebenskampf nicht bestehen zu können, wenn man nicht genügend ausgebildet, nicht genügend gewappnet, nicht genügend informiert ist.

Das Leben wird nur noch als Kampf betrachtet.

In meiner Vision von Erziehung ist das Leben nicht nur ein Kampf ums Überleben. Das Leben will gefeiert werden. Das Leben darf nicht nur ein Wettstreit sein, es soll dir auch Freude bereiten.
Singen, Tanzen, Poesie, Musik, Malerei - nimm alles, was die Welt dir bietet!

Erziehung soll dich befähigen, mit allem mitzuschwingenund im Einklang zu sein mit den Bäumen, mit den Vögeln, mit dem Himmel, mit Sonne und Mond.

Und Erziehung soll dich befähigen, du selbst zu sein.

Im Augenblick macht sie einen Nachahmer aus dir, sie lehrt dich, so zu sein wie die anderen. Das ist Verziehung, nicht Erziehung.

Richtige Erziehung lehrt dich, wie du du selbst sein kannst, authentisch du selbst. Denn du bist einzigartig. Kein Mensch ist wie du, ist je wie du gewesen, wird je wie du sein.
Damit zollt die Existenz dir großen Respekt. Einzigartig zu sein ist deine Schönheit. Werde also nicht zum Nachahmer, sei keine billige Kopie.

Doch genau das bewirkt eure so genannte Erziehung: Sie stellt Kopien her, sie zerstört dein ursprüngliches Gesicht.
Das Wort Erziehung hat zwei sehr schöne Bedeutungen.
Die eine Bedeutung - etwas aus dir herausziehen - ist bekannt, obgleich sie in keiner Weise praktiziert wird.

Erziehen bedeutet, das aus dir herauszuziehen, was in dir liegt, dein Potential zu verwirklichen,
so wie du Wasser aus einem Ziehbrunnen schöpfst. Aber das wird keineswegs so gehandhabt. Im Gegenteil,
man trichtert euch etwas ein, statt etwas aus euch herauszuziehen. Unablässig stopft man euch voll,
mit Geographie, mit Geschichte, mit Naturwissenschaften und Mathematik.
Ihr werdet Papageien. Man behandelt euch wie Computer, man füttert euch, wie man Computer füttert.
Eure Bildungsinstitutionen dienen nur dazu, euch den Kopf vollzustopfen. Wahre Erziehung wird versuchen,
ans Licht zu bringen, was in euch verborgen ist, was die Existenz als euren Schatz in euch hineingelegt hat.
Sie wird es entdecken, es enthüllen und euch zu leuchtenden Wesen machen.

Und die zweite Bedeutung von Erziehung, die weit tiefer reicht als die erste, stammt ursprünglich von “educare” und bedeutet hinausführen, aus der Dunkelheit ins Licht hinausführen.

Eine ungeheuer wichtige Bedeutung: aus dem Dunkeln ins Licht führen.

Der Mensch lebt im Dunkeln, in Unbewusstheit - und doch ist er fähig, voller Licht zu sein.
Da ist eine Flamme in ihm, die zum Leuchten gebracht werden muss.”