Die WAHRHEIT ist ja heutzutage nur wenige Mausklicks entfernt. Früher musste man mühselig und jahrzehntelang irgendwelche Mysterienschulen studieren, um ein wenig Einsicht zu erhaschen. Mit WAHRHEIT meine ich die von der individuellen Sicht unabhängige Wirkungsweise des Kosmos, dessen Gesetzmäßigkeiten, LIEBE, die Mechanismen der Materie, die durch den Geist gesteuert wird. Ich bin dabei nicht im Besitz der WAHRHEIT, aber es wird doch bestimmt eine geben…

Ein paar Begriffe in Google reingehämmert und ab geht die Post. Es reicht sogar schon, das Wort Wahrheit einzugeben und schon bekommt man inspirierende Seiten ausgespuckt. Aber, könnte man sich da fragen, warum nehmen das so wenige Menschen in Anspruch? Und warum können sie sogar Wahrheiten genau vor die Nase gesetzt bekommen und bemerken sie nicht einmal?

Früher dachte ich, dass ich einfach meinen Freunden von meinen außergewöhnlichen Erfahrungen erzählen müsste und - schwubs - würden sie die Welt mit anderen Augen sehen. Ich war schließlich nicht nur Augen-, sondern Multi-Sinnenzeuge. Das müsste wirklich überzeugend sein. Und schließlich kannten sie mich doch. Sie wussten, dass ich keinen Scheiß erzählen würde und wussten ebenfalls, dass ich niemand war, der sich der Esoterik oder anderen Glaubensvorstellungen verschrieben hatte. Aber, es wird Dich gewiss wenig überraschen, wenn ich Dir sage, dass ich mich getäuscht habe. Das Maximale, was ich herausholen konnte, war Verständnis. Überzeugen konnte ich niemanden. Hm, dachte ich, ich habe erfahren, wie es läuft und den anderen ist es schietegal. Warum ist das wohl so?

Jetzt weiß ich, warum das so ist. Verantwortlich ist unter anderem das eigene Weltbild. Dieses wurde durch Erziehung, Schule, Medien, Freunde und Erfahrungen geschaffen und gerät nicht ins Wanken, bloß weil jemand was völlig anderes erzählt. Einem Zufalls- und Imkompetenztheoretiker, wie ich Anhänger der offziellen Geschichte zum elften September nenne, kann man einen 4 Stunden Vortrag zu Ungereimtheiten und Lügen des Berichts der 9/11 Kommission halten und der bleibt davon völlig ungerührt. Er sucht sich einfach “Fakten”, die für sein Weltbild sprechen und gut is. Wenn die Beweislast überwältigend ist, glaubt er einfach nicht, dass eine Verschwörung dieses Ausmaßes geheim gehalten werden könnte und fertig. Da kann man sämtliche Beweise der offiziellen Geschichte zerpflücken wie man will - man wird bei ihm nichts erreichen.

Ähnlich verhält es sich mit Fakten. Die jeweiligen Fakten werden je nach Weltbild geordnet, bis es dem entspricht, was man sowieso schon glaubte. Das Hetzblatt Fokus widmet gerade seine Titelgeschichte der Evolution, was ich mal wieder ulkig fand. Scheint irgendwie dran zu sein, das Thema. Da steht dann, dass die Belege für die Evolution imposant seien, wie zum Beispiel der universelle DNA-Code des Lebens. Tja, den DNA-Code stellt ja niemand in Abrede, aber warum soll das denn ein Beweis dafür sein, dass Affen irgendwann erste Menschen zur Welt gebracht haben und dass aus Insektenfressern mal Elefanten und mal Spitzmäuse mutierten? Man hat einfach sein vorgefertigtes Weltbild und fügt die Fakten sorgfältig in die diversen Schublädchen ein. Ein und das selbe Ereignis oder Faktum wird völlig unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert. Je nach Weltbild und Erlebnissen.

Und da bin ich auch schon bei der Resonanz, die dem Weltbild ähnlich ist. Wenn 10 Leute einen eigentlich berührenden Film sehen, sind 3 berührt, 3 langweilen und 4 ärgern sich, weil sie es total kitschig finden. Sie haben keine Resonanz zu dem, was der Film erzeugen will. Das, was wir als Geschmack bezeichnen und das seltsame Phänomen, dass man mit einigen auf einer Wellenlänge ist, während man mit anderen Menschen wenig anfangen kann, hängt ebenso von der Resonanz ab.

Gestern habe ich kurz in das Literaturmagazin Druckfrisch geschaltet, wo Denis Scheck gerade den Sachbuchcharts eine Kurzkritik übergeholfen hat. Zu “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling sagte er, dass es voll mit Nichtigkeiten und “geschwurbelter Esoterik” sei. Hm, tja, ich würde feststellen, dass es voll mit Witz und wahrhaftigen Einsichten ist. Intellektuelle wie Scheck haben es meist nicht so mit der Sinnsuche. Ihr Intellekt ist bei so einer Lektüre nicht zufrieden. Sie haben keine Resonanz zu dem, was die Worte vermitteln. Und so wird auch niemand, der auf meine oder ähnliche Seiten geht und damit thematisch eigentlich nichts am Hut hat, irgendwelche Einsichten bekommen. Während ich dachte, wunder was ich hier an Inspiration präsentiere, dachten andere, oh je, was für ein triefender, unüberzeugender, mit Plattitüden versetzter Kitsch.

Und als ich neulich in einem Forum las, wo gerade die Frage diskutiert wurde, ob es eine übergeordnete WAHRHEIT geben würde und ich als Antwort LIEBE nebst erhellendem Text von MARIA reingestellt habe, fragte mich einer, was er mit diesem Eso-Geschwätz anfangen solle. Eso-Geschwätz? Da erklärt man ihm was ist, erzählt ihm die absolute WAHRHEIT und dann so was! Aber, er hatte einfach keine Resonanz zu den Worten. Er verband etwas anderes mit den Worten. Worte weisen nämlich nur auf etwas hin. Wir hören sie mit unserer inneren Stimme, die nicht die gleiche Stimmung haben muss, wie von dem Verfasser gedacht. Worte sind nicht selbsterklärend. Hat man keine Resonanz zur Schwingung der Worte, wird man nicht von ihnen berührt, bringt sie anschließend in einen völlig anderen Kontext und unterzieht sie obendrein einer Bewertung. Man bewertet sie nach seinem Weltbild. ,Ah, ha, diese Worte klingen nach Eso, mein Weltbild ist völlig Un-Eso, also, weg damit!` Genauso verhielt es sich, als freeman von der Seite Schall und Rauch, erstmals einen Artikel zu GOTT verfasste. Viele Kommentatoren jubelten über so viel Einsicht, während andere den Blog für bankrott erklärten. Der Artikel war ihnen nicht real genug und der Anfang vom Ende. Er entsprach nicht ihrem vom Denken dominierten materialistischen Weltbild.

Die starren, aus Gedanken gebauten Weltbilder können wanken, wenn eine zuvor unentdeckte Resonanz geweckt wird. Eine Resonanz, die eigentlich immer DA war und ist, aber im Moment noch vielfach von hohen Mausern umgeben ist. Ich beobachte aber, dass diese Resonanz bei immer mehr Leuten zu Tage tritt. Und wenn man niemanden wecken will, sondern es jedem selbst überlässt, die in ihm oder ihr liegende Resonanz zu der WAHRHEIT zu entdecken, wird diese auch von immer mehr Menschen als solche wahrgenommen werden. Und das jenseits aller Weltbilder.