Meine Güte, ist da wat los, auf den Finanzmärkten. Diese gemeine Krise erfasst weitere vollkommen unschuldige Banken. Wenn die Krise ohne Eingriff der Regierung in den USA weiterwüten würde, bräche das ganze Bankensystem zusammen. Das wäre doch wirklich ein Jammer, oder? Geht doch gar nicht anders, als dass die Regierung, also der Steuerzahler, fürs erste 700.000.000.000 Dollar locker macht, um das Schlimmste von diesen altruistischen Stützen unserer Gesellschaft abzuwenden - den Banken, die nur das Beste für uns wollen und uns mit ihren selbstlosen Krediten zu Wachstum, Wohlstand, Glück und Freude verhelfen.

Ist doch auch recht und billig, dass nicht all die verprellten Hausbesitzer der USA ausgezahlt werden, sondern dass genau diese auch noch für das kleine Missgeschick der Banken zur Kasse gebeten werden. Die sollen ihre Obdachlosigkeit mal schön zurückzahlen und das natürlich mit Zinsen. Denn die Regierung leiht sich schließlich die 700 Milliarden auch von Banken.

Klingt jetzt, wo ich das lese, doch so ein bisschen widersinnig. Aber das System muss nun wirklich erhalten werden. Das erzählen im Fernsehen alle. Sonst können wir doch einpacken!

Manchmal stelle ich mir dann aber doch Fragen. Ich frage mich, wie eigentlich multinationale Konzern anfangen, bevor sie sich im jeden Staat breit machen und die dortigen Gewohnheiten, die lokale Infrastruktur, die Umwelt und vieles mehr zerstören. Die brauchen doch erst mal Geld. Und recht viel davon.
Nehmen wir mal als Beispiel Halliburton. Wenn Du Dich schon mal auch nur ein klitzekleines Bisserl in kritische Literatur über den militärisch-industriellen Komplex eingelesen haben solltest, wird Dir dieses liebreizende Unternehmen von Weltverbesserer Dick Cheney schon mal untergekommen sein. Es ist ein Rüstungsunternehmen, das das Militär mit allem versorgt, was es so zum Kriegen braucht. Wenn dann also der Dicki bei ner Bank vorstellig wird, weil er 50 Milliarden braucht, fragt die Bank: „Ja, was für Garantien haben wir denn, dass sie das Geld mit ordentlich Zinsen zurückzahlen?“ Sagt Dicki: „Na es wird Krieg geben. Ein Krieg, der nie aufhört, weil wir einen Feind kreieren werden, der niemals ausgeschaltet werden kann. Den Terroristen.“ Sagt die Bank: „Prima, aber genau genommen war es unsere Idee. Hier ist das Geld. Ist ja schließlich eine sichere Investition. Krieg wird’s jetzt immer geben, und die Regierung zahlt an Dich. Und an die zahlt der Steuerzahler und der muss dafür so viel arbeiten, dass er gar nicht schnallt, dass wir ihn die ganze Zeit verarschen, der Depp. Höhö.“

Dann kommt jemand bei der Bank vorbei, der einen Fernsehsender gründen will. Sagt die Bank: „O.K., O.K., wir können Dir gerne das Geld leihen, aber das können wir nur, wenn wir die geliehene Kohle von der Waffenindustrie wiederkriegen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Ihr die Leute ordentlich auf Krieg bürstet.“ „Logo, wird gemacht“, sagt Fernsehchef Murdoch und gründet FOX-News.

Genauso bei Hollywoodstudios. „Ihr kriegt nur Geld, wenn Ihr Filme macht, die die Regierung und die CIA in ein gutes Licht setzen. Die Leute müssen denken, dass die integer sind, weil sie sonst nichts von dem glauben, was sie erzählen und dann glauben sie nicht an Terroristen und Bedrohung und dann verdienen wir nicht Unsummen mit der Waffenindustrie und können nicht anständig die Bevölkerung ausbluten. Kritische Filme muss es aber auch geben. Die dürfen allerdings nur Symptome kritisieren und niemals die Ursache thematisieren. Die Leute müssen denken, dass Ausgewogenheit herrscht. Sonst werden sie misstrauisch.“ „Ehrensache“, sagen die Bosse von Columbia Pictures oder Warner Brothers.

Dann kommt die Pharmaindustrie vorbei. Ach so, die müssen gar nicht bei der Bank vorbeikommen, weil die Bankchefs gleichzeitig Pharmakonzerchefs sind.
„Wir brauchen 100 Milliarden für die Erforschung neuer Medikamente, die garantiert nur Symptome behandeln, die Ursache der Krankheit erhält und neue Symptome schafft. So muss sich die Menschheit mit Krankheit auseinandersetzen und kann sich nicht darauf konzentrieren, gesund und vital zu sein, und dann haben sie Angst, geben Verantwortung ab, stimmen Kriegen zu und schaufeln uns damit Unsummen in die Kassen. Bitte, danke.“

Wenig später steht Jim Humble vor der Tür. Jim hat ein Mittel entdeckt, das ganz einfach herzustellen ist und in wenigen Tagen Malaria, Hepatitis und sogar Aids und Krebs heilen kann. Er hat nur nicht das Geld für die Tests, um bei der FDA, der Federal Drug Administration, die Wirksamkeit von MMS nachweisen zu können. „Tja, tja, tja“, sagt die Bank. Das erscheint uns aber sehr unsicher. Sie haben ja gar keine Tests, die uns überzeugen könnten.“ „Ja, sagt Jim Humble, „aber ich habe diese vielen Dankesschreiben von Personen, die mit dem Mittel MMS erstaunliche Ergebnisse erzielt haben.“ „Ja, aber sie haben gar nicht die erforderlichen 97 Doppelblindstudien, die das einwandfrei belegen könnten.“ „Aber dafür brauche ich doch das Geld! Verstehen sie nicht? Das Mittel kann die schlimmsten Krankheiten der Erde für alle Zeiten eliminieren.“ „Tut uns leid“, sagen die Banker. „Wir können nichts für sie tun.“ Und denken: ,Na, das wär was. Am Krebs verdienen wir den Hauptteil unserer Brötchen. Außerdem ginge dann sehr viel von der Angst verloren, die wir wiederum für die Erzeugung von Kriegen dringend brauchen. Ne, ne, den müssen wir im Auge behalten.´

Nach ihm kommt ein weiterer Visionär. Er ist kurz vor der Fertigstellung der weltersten Freien-Energie-Maschine. Mit Hilfe dessen wäre Atomkraft und die Abhängigkeit vom Öl Geschichte. Denkt die Bank: ,Hoppla, wir besitzen doch auch Exxon, einen Ölkonzern, der uns jedes Jahr einen Milliardengewinn in die Kassen spült und außerdem gibt es durch Öl ordentlich Kriege und die Menschen haben doch auch noch Angst vor Atomkraft und demonstrieren dagegen, was gut ist, weil sie dann nicht für etwas NEUES eintreten. Den Kerl müssen wir eliminieren. Selbstmord wäre wohl gut. Das glaubt jeder und es wird nicht weiter erforscht, weil unsere Kumpels aus der Regierung das mit ihren Gesetzen verhindern. Das müssen die auch tun, schließlich haben wir deren Wahlkampf gezahlt.´

Wir müssen wirklich unsere armen Banken retten. Jeder einzelne von uns. Auch die Europäer. Sonst würden wir womöglich die glücklichste Ära der Weltgeschichte einläuten. Sonst würden nicht mehr Unsummen in Kriege, multinationale Konzerne und die „Sicherheitspolitik“ gesteckt werden, sondern womöglich in Technologien und Produkte, die den Menschen helfen. Und das kann nun wirklich niemand verantworten.