Gleich hat das Fasten ein Ende. Eine Erleichterung verspüre ich nicht. Allerdings hat sich durch die Erwartung, dass in meinen Backofen ein vorher GELIEBTER Apfel auf mich wartet, tatsächlich Hunger in mir breit gemacht. Hunger scheint erst dadurch zu Hunger zu werden, dass wir etwas essen wollen. Wenn wir es wollen und nicht kriegen, können wir ungemütlich werden. Und unser Magen auch. Wenn wir aber bewusst entschieden haben, nichts zu essen, stellt das Ganze überhaupt kein Problem dar.

Dieses war tatsächlich meine bisher angenehmste Fastenwoche. Ich hatte keine schlechte Laune, war nicht dünnhäutig, sondern verblüffend gelassen und im Laufe der Woche zunehmend klar und freudig. Spannend ist auch, wie sich die Sinne schärfen. Die Nase ist wirklich in Hochform! Als ich gestern auf dem Weihnachtsmarkt war, hatte ich wahrscheinlich ein ähnliches Erleben wie ein begeistert schnüffelnder Hund.

Wenn ich nicht entschieden hätte, nur eine Woche zu fasten und es einfach irgendwann angenehmer ist, mit der Familie gemeinsam zu essen, hätte ich vermutlich noch weiter gemacht. Aber “hätte” liegt ja bekanntlich im Bette ; )  Also werde ich in Kürze meinen puren Bratapfel verdrücken und weiter über diese Woche nachsinnen. Was hat sich verändert? Kann etwas in den Alltag hinübergerettet werden?

Da alles JETZT ist, wird sicherlich die Veränderung, die ich in dieser Woche erlebt habe, ins sich ständig tranformierende JETZT irgendwie Einzug halten. Ich bin ja noch nicht so der König der Kontinuierlichkeit, aber es würde mich sehr freuen, wenn ich JETZT bewusst essen würde. Das bewusste Essen wird sehr viel bessere Informationen hervorbringen, die ich meinem Körper, meiner Seele und meinem Geist zuführen kann. Auf jeden Fall ist es so, dass jede Form von Reinigung angenehm und wohltuend ist. Sei es die Dusche, die Sauna, das Fasten, eine integere Lebensführung und die Reinigung mit FREUDE, WAHRHEIT und LIEBE.

Und JETZT werde ich mal geschwind zum Ofen flitzen, um eine Geschmacksexplosion mit meinem Apfel zu erleben.