Eigentlich möchte ich aufklärende Artikel doch sehr runterfahren, weil ich denke, dass wir unser Augenmerk auf das lenken sollten, was wir wollen und nicht auf das, was wir nicht wollen. Dennoch ist es wichtig auf unserem Weg, zumindest auf meinem, dass wir uns nicht verarschen lassen. Dass wir erkennen, wo manipuliert wird, um schließlich zu erkennen, dass wir wirklich alles anders machen müssen, auf dem Weg ins NEUE, ins GOLDENE ZEITALTER.

Als ich vor Kurzem in Hart aber Fair reinschaltete, um mir die verbalen Ergüsse der eingeladenen Gäste zu dem Griechenland Fiasko anzuschauen, dachte ich wieder, wie erstaunlich es ist, dass die wichtigsten Punkte, die selbst Wirtschafts-Hirnis wie ich begreifen, vollkommen ausgeblendet wurden. Es wird immer nur an irgendwelchen Symptomen herumdiskutiert.

Führen wir uns noch mal rasch vor Augen, was eigentlich da los ist. Griechenland war nicht so wirklich liquide kurz vor dem Eintritt in die Euro-Zone. Dann wurde ihnen doch noch von amerikanischen Banken ordentlich Kredit gewährt und tada, schon stand dem Euro nichts mehr im Wege. Das Dumme ist nur, dass Kredite sich nur so mittel auf längere Sicht für die Begleichung alter Kredite eignen. Und so wurde irgendwann deutlich, dass Griechenland komplett pleite ist. Oder anders gesagt, dass sie mit etlichen Milliarden bei Banken in der Kreide stehen. Aber natürlich werden die Banken nicht haftbar gemacht, sondern vom europäischen Steuerzahler kräftig für ihre Fehlspekulationen entlohnt. Die Banken, zumindest die, die noch übrig geblieben sind, gewinnen. Und noch andere gewinnen, nämlich die Spekulanten, die auf einen Niedergang des Euro wetteten. Den Prognosen privater Rating-Agenturen, die die Kreditwürdigkeit von Griechenland und eine Woche später von Spanien und Portugal zurückstuften, sei dank.

Jetzt merkte bei Hart aber Fair ein FDP-Politiker, den Namen habe ich leider vergessen, dass es ja schon merkwürdig sei, dass Rating Agenturen innerhalb einer Woche die Kreditfähigkeit zweier weiterer Länder runterstuften, die ja wahrscheinlich nicht genau in diesem Moment die Schwierigkeiten bekommen hätten und dass dieser Vorgang ja nur den Leuten nützen würden, die auf einen fallenden Euro gewettet hätten und dass das doch wohl etwas merkwürdig wäre. Ja, das kann man wohl sagen. Und welches Argument, das keines ist, wurde dann sofort von Michel Friedmann in den Raum geschmissen? Verschwörung! Er sagte, dass der FDP-Mensch jetzt doch wohl nicht allen Ernstes von Verschwörung sprechen wolle und da bekam der FDP-Mensch natürlich einen Riesenschreck und sagte schnell nein, nein, dass meinte er selbstredend nicht. Tja, so kommt man irgendwie nicht so richtig weiter.

Und was eigentlich noch viel wichtiger ist, als die völlig offensichtliche Erkenntnis, dass gewisse Menschen doch eine Situation herbeiführen könnten, um gigantisch viel Kohle zu verdienen und um noch mehr Macht zu bekommen, ist die Tatsache, dass niemals irgendwelche Schulden zurückgezahlt werden können und eigentlich sämtliche Staaten nach der heutigen Logik pleite sein müssten. Ganz oben die USA, aber auch Deutschland, England undsoweiterundsoweiter. Könnte ich als Rating-Agentur sofort melden, wenn ich Bock hätte. Das Problem ist doch, dass Geld gleich Schuld ist. Und diese Schuld steigt überall auf aberwitzige Weise. Und wenn ich dann Schäuble im Interview höre, der sagt, dass die Neuverschuldung dieses Jahr dummerweise etwas hoch ist, aber wir mit eisernem Sparen eine geringere Neuverschuldung erreichen werden, klappen sich mir die Fußnägel hoch. Neuverschuldung! Wir können niemals die Schulden begleichen, sondern immer nur neue Schulden aufnehmen, die die Banken für die Zinsen alter Schulden bekommen. Immer mehr Geld wird in die gierigen Rachen der Banken geschmissen, die ja noch nicht mal das Geld haben, das sie verleihen. Es findet einfach eine Umverteilung statt, die Bevölkerung bekommt immer mehr Steuern und immer weniger Sozialleistungen, es wird Hass gesäht gegen die nutzlosen Hartz 4 Empfänger, es wird gespart bei Kultur und sämtlichen anderen Dingen, die wirklich sinnvoll sind. Ausgekammert werden selbstredend Kriege. Und die Menschen sind so verängstigt, dass sie denken, dass dieses “Sparen” sinnvoll ist. Sie verstehen nicht, dass es überhaupt nichts nützt, weil die Schulden exponentiell wachsen.

Das Geld, die Banken, haben die Welt im Würgegriff. So ist es einfach. Aber was sollen wir machen? Alle denken ja, wenn die Banken zusammenbrechen, bricht überhaupt alles zusammen. Aber dem ist nicht so. Denn wir alle haben Fähigkeiten, Know How, Ideen und Talente, die wir einbringen können. Und diese können wir einfach verschenken. Und wir werden geschenkt bekommen. Das ist ein kosmisches Prinzip, das sogenannte Sterntaler-Prinzip. Ja, wie in dem Märchen, wo ein Mädchen uneigennützig ihre letzten Klamotten verschenkt und dafür fürstlich entlohnt wird. So wird es im NEUEN laufen. Ich werde mich auch ranmachen, dass auch ich meine Leistungen als Herr Freude verschenken werde. Wenn wir unsere Leistungen verschenken, zahlen wir keine Steuern, sind frei von Erwartungen und werden sehen, auf welch ungewöhnlichen Wegen wir entlohnt werden. Ich sehe dieses Prinzip bereits bei anderen Leistungen. So korrigierte ich beispielsweise zwei Magisterarbeiten für umme, um wenig später von einem Bekannten völlig unerwartet diese Seite gebaut zu bekommen. Ohne Geld, ohne Gegenleistung, sondern einfach aus Freude und Mitgefühl. Toll, oder? Und so wird es einmal sein. Wir werden nicht mehr aus der Motivation von Gier, Angst, Geiz oder Gewinnstreben handeln. Wir werden handeln, weil es einfach sinnvoll ist, weil wir FREUDE daran haben und weil wir damit den Menschen und nicht nur den Banken helfen können.

Mensch, wie witzig, gerade klingelte es an der Tür und meine Nachbarin schenkte uns eine riesige Tüte mit sehr gut erhalteten Kinderklamotten. So ist das mit dem Sterntaler-Prinzip…