Die Wissenschaft weiß ja zum Glück so gut wie alles. Vor allem weiß sie, wie das Leben auf der Erde entstanden ist, nämlich völlig zufällig und ziellos. Nach einem gewaltigen Knall bildete sich eine leckere Ursuppe, in der zufällig Aminosäuren-Moleküle entstanden und ein zielloses Tete a tete miteinander eingingen. Aus einigen dieser völlig unromantischen Zusammenkünfte bildeten sich Einzeller, aus denen irgendwann Weichtiere, dann Fische und später Knochenfische enstanden, die aus dem Wasser krabbelten, weil sie dachten, äh pardon, sie dachten ja gar nicht, dass es doch draußen auch mal ganz hübsch wäre. Und weil´s draußen mit Flossen und Kiemen scheiße ist, entschlossen sich sich unwissend, dass sie sich doch ne Lunge und Beinchen zulegen sollten. Ist halt aus Mutation und Selektion so entstanden. Und hat natürlich auch ganz lange gedauert. Ein ganz langer Prozess war das. Hatten die Übergangstiere dann eigentlich ein paar tausend Jahre lange Lungen und Kiemen und stummelige, unbrauchbare Beinchen, oder wie sah das aus? Solche Übergangstiere hat man leider nie gefunden, aber was soll´s, dass es stimmt, ist auf jeden Fall sicher. Halt, doch, es gibt ja Lungenfische. Da hat ein Fisch mit Kiemen mal so einen Lungenfisch geboren und der hat nach dem Schlüpfen aus dem Ei so dermaßen Wasser geschluckt, dass er schnell in Richtung Land geschwommen ist. Wer anderes behauptet, ist entweder ein Fundamentalist oder einfach bekloppt.

Und weiter geht´s in der spannenden Geschichte unserer Spezies. Die Fische mit der Lunge und den Beinen wurden Amphibien, halb im Wasser, halb an Land, entschieden zufällig, dass sie auch gleich völlig an Land bleiben können und irgendwann, hurra, hat mal ein Amphibium das erste Reptil geboren. Na, das muss ja eine Aufregung für die Eltern gewesen sein! Wäre ja in etwa so, als wenn ein Reptil einen Menschen zur Welt bringt. Aber, so ist das halt, wenn Selektion und Mutation am Werke sind! Zeuge so eines Wunders wurde man zwar noch nie, aber die Zeit macht das nun mal so. Hat doch schließlich Millionen von Jahren gedauert.

Irgendwann stand das nächsten Wunder an, denn Reptilien gebahren plötzlich Säugetiere. Kleine Insektenfresser, die irgendwann zu Mäusen, Elefanten, Affen und Giraffen mutierten. Mal so, mal so. Auch doll, oder? Auf was für Ideen solche Insektenfresser kommen! Ach, die haben ja gar keine Ideen. Das passiert einfach. Und schließlich passierte es einfach so, dass das Gehirn des Affen immer größer und größer wurde. Du weißt ja, durch Mutation und Selektion, und schließlich, eines schönen Tages, dachte der Affe, der nicht mehr so richtig Affe war: “Huch, wat dat denn? Ich denke ja! Ob ich womöglich gar kein Tier sein sollte? Ob es wohl einen höheren Sinn gibt oder Leben nach dem Tod oder einen Gott?”

Puh, zum Glück wurde so ein Unsinn wie Sinn von der Evolutionstheorie gleich grundsätzlich ausgeschlossen. Das ganze soll schließlich objektiv sein. Und da kann man nervige Fragen nach irgendwelchen absurden Sinngebungen nicht gebrauchen. Der Grundsatz ist zufällig zusammengematschte Materie und fertig. Und sollten wir so deppert sein und versuchen, den Dingen einen Sinn zu geben, dann machen wir das aus gekränktem Ego, weil wir nicht einsehen wollen, dass wir einfach Tiere sind. Wäre ja noch schöner, wenn wir uns als Geistwesen sehen würden. Dann würden wir uns doch gar nicht mehr in einem humanistisch-freiheitlichen Weltbild bewegen. Oh, oh, wehret den Anfängen, kann man da nur sagen. Die paar kleinen Kriege, die Ungerechtigkeit und der Hunger in der Welt, die einen völlig unbedeutenden kleinen Kratzer in unser eigentlich tolles humanistisches Weltbild ritzen. Meine Güte, wer wird denn da so kleinkariert sein! Und wenn man sich der aufoktroierten Ordnung widerstandslos ergibt, kann man doch auch völlig frei sein. Also, wir brauchen echt keine Flausen im Kopf wie den Glauben an Geistiges, einen Sinn oder die Intuition. Das gaukelt uns nur so aus Bock unser Hirn vor. Von diesem Irrglauben sollten wir wohl therapiert werden, denn das gefährdet doch das humanistische Weltbild. Sieht man schließlich bei den ganzen durchgeknallten Glaubenskriegern. Wir verdrängen einfach, dass wir sterbliche Tiere sind. Sowas können unsere Egos halt nicht ertragen und so flüchten wir uns in magisches Denken, das natürlich eine Halluzination ist. Und dieses ganze Gerede von einer besseren Welt: Wir müssen uns nun mal damit abfinden, dass wir grausame Triebe haben und wir gefressen werden, wenn wir nicht fressen. Also Ellenbogen raus und auf gehts über den mit Leichen gepflasterten Weg des Lebens.

Hm…, ein, zwei Fragen hab ich dann aber doch noch. Mich interessieren irgendwie noch mal diese Übergangsformen. Jedes Tier ist doch in sich perfekt und optimal angepasst. Zumindest solange der Mensch nicht mit seiner Zerstörungswut auf den Plan tritt. Da scheint gar keine Evolution mehr nötig zu sein. Ist diese perfekte Anpassung nur heute so oder war sie es auch früher? Wie haben sich diese krüppeligen Übergangsformen eigentlich tausende Jahre behaupten können? Mit Stummelbeinchen, halb verkrüppelt und nicht wissend, ob sie nun kriechen oder laufen sollen. Und ich würde ja auch echt gern mal Zeuge des Wunders werden, wie eine Tierklasse eine neue Tierklasse zur Welt bringt. Das muss doch irre sein, oder? Wenn ein Reptil ein Säugetier zur Welt bringt… Kann man nur von Glück reden, dass sich die Reptilien mit ihren Säugetierbabys nicht gleich den Wanst vollgeschlagen haben. Aber moment, vielleicht kamen die ja als Reptilien auf die Welt und haben sich dann im Laufe ihres Lebens erst zu Säugetieren entwickelt. Hatten halt eine etwas andere, bisserl extremere Pubertät, die mit jeder Generation heftiger wurde. Ist doch auch bestimmt alles völlig wissenschaftlich und objektiv bewiesen. Die Forscher haben schließlich Knochenreste und Gesteinsschichten, von denen sie zweifelsfrei wissen, dass sie einige Millionen Jahre alt sind und sie haben schon im Labor Amöben und Bakterien zusammengefügt und sauerstoffverbrauchende Zellen geschaffen und Mäuse mit Schuppen genmanipuliert und dann gibt es doch auch so einen großen gemeinsamen Genpool bei so vielen Tieren und Embryos und verschiedene Tierklassen sehen im Bauch auch so ähnlich aus und wir haben doch auch Säugetiere im Meer, die bestimmt mal Kühe waren. Also, wenn das jetzt keine stichhaltigen Beweise für einen linearen Verlauf der Evolution sind, dann weiß ich auch nicht. Beweise für einen Verlauf, der irgendwie, weil es nunmal so sein muss, auch dazu führen musste, dass aus Schnecken auf einmal Schlangen wurden und aus denen Leguane und aus denen kleine Säugetiere und aus denen Elefanten und Mäuse.

Aber: Man hat zum Beispiel Gesteinsschichten gefunden, in denen plötzlich durch die Schichten von hundertausenden Jahren ein versteinerter Baum wuchs. Wie ist das dann dem Konstrukt von den Millionen von Jahren? Wer hat denn diesen Zeitbegriff überhaupt bestimmt? Und was war beim Leben eigentlich zuerst, die DNS oder der Fortpflanzungstrieb oder was genau? So ne DNS zusammenzubasteln ist nämlich ne ziemlich langwierige Sache. Und warum macht sich die zufällige Natur eigentlich die Arbeit, jede DNS auch noch anders, vollkommen individuell zu gestalten? Tja, welch Blüten diese Mutation und Selektion so treibt…

Wenn ich Recht überlege, scheint die ganze Evolutionstheorie doch eher ein Glauben zu sein. Kann man ja auch haben, wenn man möchte. Und es gibt natürlich viele ethisch aufrechte Menschen, die diesen Glauben haben. Aber es ist ein Glauben. Es gibt nicht einen anständigen Beweis für Linearität. Es ist ein Konstrukt, ein Weltbild, das über die Knochenfunde gestülpt wird. Wäre ja halb so wild, wenn nicht von dieser Theorie ausgehend ein menschenfeindlicher Materialismus ausginge und alles bekämpft werden würde, was eine andere Erklärung hat. Wenn nichts von dem, was wir tun einen Sinn hätte, dann könnten wir doch lügen, bis sich die Balken biegen, Kriege führen, über Leichen gehen und uns einfach gegen Schwächere behaupten. Wäre doch einfach biologische Auslese. Und wenn einige ethnische Gruppierungen nun mal zu schwach wären, dann könnten sie doch von den stärkeren einfach ausradiert werden.Und sowas wie ethisches Verhalten, Altruismus und Moral wäre doch völlig überflüssig.

Dass Du mich nicht falsch verstehst. Der fundamentale Kreationismus, dieser Intelligent Design-Kram, ist natürlich nicht weniger unsinnig und gefährlich: Alles ist vorherbestimmt, der intelligente Designer will anständig angebetet werden, alle, die nicht an den einzig wahren Designer glauben, liegen komplett falsch und müssen bekehrt werden. Und die Zeit der Erde von Adam bis heute kann man doch anhand des historisch total korrekten alten Testaments nachrechnen, die liegt bei genau 7000 Jahren. Hmhm, soso!

Was wir nicht gebrauchen können, sind zwei sich gegenüberstehende, haarsträubende Theorien, die einen Kampf ausfechten. Wer nicht für das Eine ist, ist für das Andere und egal wie man sich entscheidet, hat man die Scheiße am Hacken. Beide Theorien entheben den Menschen seiner Verantwortung. Entweder passiert alles zufällig so, wie es passiert oder jemand von oben designt alles, ohne dass wir irgendeinen Einfluss drauf hätten.

Wenn wir aber etwas NEUES zur Erklärung heranziehen, nämlich dass Materie einfach verdichtete Energie, verdichtetes Bewusstsein ist, dass singuläre Momente neue Prototypen von Lebewesen kreieren, dass hinter jeder Pflanze, jedem Tier und jedem Mensch ein Geistwesen steht und dass hinter allem und in allem Bewusstsein steht, dann hätten wir doch einen tatsächlich humanistischen Umgang mit allem, denn alles wäre eins. Wir wären nicht mächtig im Sinne von manipulierend und kontrollierend, sondern ERMÄCHTIGT, würden der INSPIRATION dienen. Dass es nur Materie gibt, denken doch wirklich nur noch komplett in sich eingemauerte Geister. Ich streite ja gar nicht ab, dass wahrscheinlich 99 % der Arten ausgestorben sind, aber doch nicht durch Selektion, sondern durch Veränderungen der Umwelt, Tsunamis, Meteoriten oder den zerstörungswütigen Menschen.

Ich plädiere für ein ganzheitliches Bild. Ein Bild, aus dem nichts aussortiert wird, weil es gerade der Theorie lästig ist. Wir sind verdichtetes, aber in sich perfektes und UNENDLICHES BEWUSSTSEIN. Die Verdichtung, die Huldigung der Materie und die Erzeugung von Überlebenskampf und Angst läuft noch so lange weiter, bis uns der Quantensprung des BEWUSSTSEINS gelingt. Und er wird gelingen. Hier, wo die allermeisten von dem WISSEN getrennt sind, dass sie ALLGEGENWÄRTIGES BEWUSSTSEIN sind. Die Rückbesinnung auf dieses WISSEN ist der Sinn unserer Involution, unserer Entscheidung in das Vergessen, in die Materie zu gehen. Unser Weg führt zurück, zu dem, was ist. Zu GOTT, der/die ALLES ist. Das ist die Herausforderung. Wer dies hier und heute, in diesem verdichteten, unerfreulichen Zeiten schafft, hat es geschafft. Und das wird alles andere als zufällig sein.