Am Ende des ersten Tages des Kongresses der unabhängigen Medien wurde William Engdahl eine Frage gestellt. Ob er sich vorstellen könnte, dass der Iran mit tatkräftiger Unterstützung Deutschlands angegriffen werden würde. Engdahl verneinte diese Frage. Der Krieg wäre nicht zu gewinnen, ein Wahnsinn wäre das und Amerika sei sowieso schon am Ende seiner militärischen Möglichkeiten. Schließlich führten sie bereits zwei Kriege, die sie nicht gewinnen würden. Und da stellte ich mir die Frage, ob das Ziel von Kriegen überhaupt der Sieg wäre.

Selbst ich habe noch zu Zeiten der Sowjetunion mitbekommen, dass in Afghanistan kein Krieg zu gewinnen ist. Na ja, zumindest wenn man nicht John Rambo in seinen Reihen hat. Und trotzdem führt unter anderem Deutschland dort einen aussichtslosen und obendrein auch noch völkerrechtswidrigen Krieg. Aber warum das? Natürlich, das hat Engdahl sehr plausibel erklärt, ginge es bei den ganzen Kriegen auf der Welt um geostrategische Interessen, um den Erhalt des amerikanischen Imperiums, um Rohstoffe oder auch wie in Afghanistan um Drogen, mit denen man schön die Jugend feindlicher Länder sedieren kann. Funktionierte schließlich schon im Opiumkrieg des britischen Empires. Das fand ich übrigens auch sehr schön an Engdahls Vortrag, dass er meinte, dass die Elite aus ihren Fehlern gelernt hat und nicht mehr den unpopulären Begriff Imperium verwendet, sondern ihn einfach durch Demokratie oder American Way of Life ersetzt. Aber, was erzähle ich hier, Du kannst Dir den ganzen Vortrag unten selbst ansehen.

Die Frage, ob Kriege gewonnen werden sollen oder nicht, beantwortete mir am nächsten Tag der wirklich sehr plausible Vortrag von Professor Senf zum Thema der tieferen Gründe der Finanzkrise. Dabei ist einer der herausragenden Gründe der Weg, wie das Geld überhaupt geschaffen wird. Geld ist gleich Schuld und wird aus dem Nichts erschaffen. Darauf schlagen Banken ordentlich Zinsen und Zinseszinsen, die wiederum mit neuen Schulden gezahlt werden. Dass das Zinssystem auf Dauer nicht gut gehen kann, zumindest nicht für 95% der Bevölkerung, zeigt auch die Geschichte des Joseph-Pfennigs. Wenn dieser Joseph, also der Zieh-Papa von Jesus, seinem Sohn zur Geburt einen Pfennig mit 5%  Zinsen angelegt hätte, so wären daraus, Achtung, mittlerweile stramme 12 Sextilliarden Euro geworden. Das ist eine Zahl mit immerhin 39 Nullen.

Um überhaupt die Illusion aufrecht halten zu können, dass die Schulden irgendwie zurückgezahlt werden könnten, was selbst schon Unsinn ist, weil dann alles Geld einfach weg wäre, müssen immer mehr Schulden geschaffen werden. Die Krux ist jedoch, wie am Beispiel des Joseph-Pfennigs gesehen, dass Zinsen und Zinseszinsen exponentiell, also mit der Zeit in immer schwindelerregendere Höhen wachsen. Nur die Wirtschaft kann nicht in dieser Art immer weiter wachsen. Also braucht es aus Bankensystemsicht exponentiell wachsende Branchen. Und da kam mir die Erkenntnis, dass einer der einzigen Bereiche, der unaufhörlich wächst, die Kriegsindustrie ist. Also führt man doch einfach lauter Kriege, die niemals zu gewinnen sind und die Banker reiben sich zusammen mit dem militärischen Komplex die Hände, die sowieso eigentlich beide die gleiche Soße sind. Zahlen muss die Zeche der Staatsbürger, der schließlich für den Staat bürgt.

Und wenn ein Staat irgendwo mit Billionen in der Kreide steht und nicht zahlen kann, ob dann die Banken einige Entscheidungen ein wenig in die von ihnen gewünschte Richtung schubsen könnten? Wenn sie beispielsweise sagen “Hey, ihr könnt wohl nicht zahlen, dann gehen wir bald pleite und alles geht in die Binsen, wenn ihr aber ordentlich fürs Impfen werben würdet, könnten unsere lieben Kunden von der Pharmaindustrie das System retten. Und wenn Ihr auch noch für den nächsten Kriegseinsatz stimmt, ist der Wohlstand für die Zukunft geritzt”, dann werden bestimmt die meisten Politiker, die ja auch noch in den Aufsichtsräten der Banken und Konzerne hocken, in diese Richtung abnicken.

Wo man auch im Geld- und Bankensystem hinschaut, findet man Widerspruch, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Ich glaube, dass erst dann dieser Irrsinn beendet werden kann, wenn wir völlig umdenken. Dass wir dann etwas ändern werden, wenn wir lernen, bedingungslos zu geben. Wenn wir keinen Reichtum anhäufen wollen, sondern wenn wir Geld, was eigentlich eine gute Erfindung ist, fließen lassen. Wenn wir es in Projekte fließen lassen, die den Menschen und keinem System dienen. So würde ich es auf jeden Fall machen, wenn ich zu Geld kommen würde. Falls ich in meinem Leben noch zu ordentlich Kohle kommen sollte, werde ich berichten, was ich so damit anstelle. Und hier siehst Du schon mal die wirklich spannenden Vorträge von William Engdahl und von Professor Senf auf dem Blogger-Kongress. Viel Erkenntnis wünsche ich!