Welchen Einfluss hat Erziehung? Und was ist das überhaupt? Was Gutes? Oder doch was Schlechtes?

Als gut erzogenes Kind wird meistens aufgefasst, dass es tut, was seine Eltern möchten. Das ist sicher sehr angenehm für die Eltern, aber welchen Einfluss hat es wohl auf die weitere Entwicklung? Wir hatten ja schon mal eine Zeit, in der das Wort der Eltern die höchste moralische Maxime darstellte. Diese Kinder wurden später zu gehorsamen Befehlsempfängern, die jedem noch so fragwürdigem Auftrag Folge leisteten. Wünschen wir uns das weiterhin?

Natürlich ist wie bei allem die richtige Dosis entscheidend. Dass Kinder die Eltern mal schön in den Wahnsinn treiben sollen, möchte ich hier nicht propagieren. Aber in unserem Umgang mit Kindern sehe ich einen Schlüssel für eine erfreulichere Zukunft.

Was bleibt denn bei den Kinder überhaupt von den vielen Dingen hängen, die wir ihnen mit auf den Weg geben? In diesem Zusammenhang lohnt es sich, mal einen Blick auf die Wirkungsweisen unserer Schaltzentrale, unseres Gehirns, zu werfen. Dieses durchläuft mehrere Frequenzbereiche, die jeweils mit einem spezifischen Bewusstseinszustand verbunden sind. Es reicht von 0,5 bis 4 Hertz im Unbewussten/Schlaf bis zu 35 Hertz in der Höchsten Konzentration. Interessant ist zu beobachten, dass Kinder bis sechs Jahren auschließlich die ersten beiden Frequenzbereiche aufweisen und die führen lediglich bis in einen Bewusstseinszustand der der erwachsenen Imagination/Träumerei entspricht. Unser Unterbewusstsein nimmt ein Vielfaches mehr an Signalen auf, als unser reflektiver, bewusster Geist in der Lage ist, aufzunehmen. Das Unterbewusstsein gleicht mehr einer Festplatte, die unkommentiert, ungefiltert und unhinterfragt alles aufnimmt, was ihm angeboten wird. Und bei Kindern bis sechs Jahren ist es so ziemlich die einzige Art, Informationen zu speichern. Im weiteren Verlauf des Lebens stellt das Gehirn Situationen im Außen her, die diese gespeicherten Informationen bestätigen. Unbewusstheit und Außenwelt stehen in Wechselwirkung.

Jetzt sollten wir mal darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn andauernd Sätze gesagt werden wie:

“Du fällst da gleich runter!”, “Dazu bist Du zu klein”, “Weil ich es so sage”, “Du nervst”, “Wenn Du…, dann passiert etwas Schlimmes”, “Das kannst Du nicht ändern” “Das ist gefährlich” oder wenn der beständige Forschergeist kleiner Kinder ständig von einem “Nein” unterbrochen wird. Diese Sätze und Dogmen werden so lange im Unterbewusstsein gespeichert werden, werden immer wieder von der Außenwelt bestätigt werden, bis wir diese Glaubenssätze irgendwann in uns auflösen können. Geschieht dies nicht, bleiben sie bis zu unserem Tod bestehen.

Kindererziehung gleicht also einer Programmierung, mit der man weise umgehen sollte. Und wenn Kinder eingeimpft bekommen, dass sie klein und unbedeutend sind und an den gegebenen Umständen nichts ändern können, so leben sie auch später nach diesen Programmierungen.

Dieses Phänomen der filterlosen Speicherung machen sich auch Werbung und finstere Gesellen wie Disney zu Nutze. Ja, Disney. Schau mal auf youtube nach sublimalen Botschaften in Disney Filmen. Da sieht man plötzlich auf den zweiten Blick erigierte Penisse, das Wort Sex taucht am Himmel auf und die Prinzessin hat eine verkokste Nase. Hä, könnte man da fragen und was sollte das Ganze? Der Sinn könnte sein, dass man schon früh den Kindern Geilheit einpflanzen möchte. Angeblich denken speziell Männer ununterbrochen an Sex. Wenn sie das tun, können sie nicht daran denken, wie sie beispielsweise die Welt mal verbessern könnten oder sie können auch nicht die Gedanken ausschließen, um einfach wahrzunehmen und zu genießen. Die Geilheit ist die dunkle Seite des eigentlich göttlichen Sex. Werbung, Musikvideos und sogar Kinderfilme programmieren sie bereits unseren Kindern ein.

Aber es gibt ja zum Glück auch eine andere Seite. Nämlich die, dass mit vielen Kindern so liebevoll wie zumindest seit ein paar Hundert Jahren nicht umgegangen wird. Es wird ihnen viel mehr erklärt als früher, sie werden als gleichwertige Persönlichkeiten wahrgenommen, werden viel gelobt, bestätigt und gefördert. Natürlich kommt es immer auf das richtige Maß an und ich spreche auch nicht von antiautoritärer Erziehung, weil ich es völlig absurd finde, die Daseinsberechtigung aus einem Gegenentwurf abzuleiten. Aber ein liebevolles, ruhiges ins Leben begleiten, stellt für mich die ideale Art des Elternseins dar. Natürlich merke auch ich, dass ich manchmal genervt bin, drohe und wütend werde im Umgang mit meinen Jungs. Aber ich weiß, dass der Umgang dann am Besten ist, wenn ich innerlich ruhe, wenn verständnisvoll und trotzdem bestimmt bin. Weiterhin zeige ich ihnen auf, dass es keine unumstößlichen Wahrheiten und Autoritäten gibt. Ich sage meinen Kindern, dass sich die Dinge aus meiner Sicht meistens anders darstellt, als sie in der Schule oder im Fernsehen beigebracht werden. Das heißt nicht, dass meine Jungs meine Ansicht übernehmen sollen, aber ich zeige ihnen, dass es an ihnen ist, die Dinge zu durchleuchten, um ihre eigene Wahrheit zu finden.

Etwa 95 % unserer Handlungen, unseres Wissens und Ansichten werden von unserem Unterbewusstsein gesteuert. Dieses wird vor allem in den ersten Lebensjahren programmiert. Glücklicherweise können falsche Programmierungen von uns aufgelöst werden. Aber dazu müssen sie erstmal erkannt werden und schließlich durch LIEBE, MITGEFÜHL, LIEBENDE HANDLUNGEN und VERGEBUNG aufgelöst werden. Aber damit unsere Kinder nicht ihr halbes Leben damit verbringen müssen, falsche Programmierungen aufzulösen, könnten wir ja auch einfach dafür sorgen, dass zumindest einige erfreuliche Informationen, wie Vertrauen, Sicherheit, Mut und LIEBE gespeichert werden. Und das Entscheidendste im Umgang mit Kindern ist das authentische, wahrhaftige Vorleben, das in meiner Beobachtung die erfreulichsten Resultate erzielt.